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| 13:23 Uhr

Flugplatz Nardt
„Frischer Wind“ zum Segel-Saisonstart

Andy Fichte (23) vor einem der Segelflieger. Mit seinen vielen jungen Mitstreitern möchte er die Segel-Saison 2018 zu einer ganz besonderen machen.
Andy Fichte (23) vor einem der Segelflieger. Mit seinen vielen jungen Mitstreitern möchte er die Segel-Saison 2018 zu einer ganz besonderen machen. FOTO: Anja Guhlan
Nardt  . Mitglieder des Aeroklubs Hoyerswerda freuen sich auf die „Ausflüge“. Wenn nur das kniffelige Rangieren nicht wäre.

„Es ist endlich wieder soweit“, freut sich Andy Fichte vom Aeroklub Hoyerswerda. Für die rund 50 aktiven Piloten der Segelflieger beginnt wieder die Flugsaison. „Das ist wie das Angrillen. Bei uns heißt es nur Anfliegen“, witzelt der 23-Jährige. Er selbst fliegt seit drei Jahren im Aeroklub Hoyerswerda. Vor kurzem hat ein Generationswechsel im Vorstand stattgefunden. Und der junge Andy Fichte ist zum neuen Sprecher erkoren worden.

Am Tag des Anfliegens müssen die  Segelflieger aber erst einmal  nach etlichen Monaten im engen Hangar wieder ins Freie gebracht werden. Etwa 20 aktive Piloten wollen an diesem Tag hoch in die Luft. „Viele erwarten sehnsüchtig den Start. Denn in den Wintermonaten wird gar nicht geflogen“, meint Vereinssprecher Andy Fichte.

Stattdessen wurden in der Winterpause die Segelflieger zerlegt, in der Werkstatt Reparaturen in Eigenregie  vorgenommen, einzelne Elemente ausgetauscht und gründlich sauber gemacht. Letztes Wochenende nahm dann ein Prüfer die Flugzeuge ab, eine Art Tüv-Kontrolle für Segelflugzeuge vor Saisonstart. Nun endlich können die Segelflieger, die eng an eng und richtig verschachtelt im Hangar stehen, herausgeschoben werden.  „Manchmal ist das schon ganz kniffelig“, erzählt Fichte. Denn die Mitglieder müssen beim Herausschieben darauf achten, dass nicht die sensiblen Tragflächen oder der Lack beschädigt werden. Wieder an der frischen Luft wird noch einmal kontrolliert. Bei einem Segelflieger sitzt das Höhenleitwerk nicht korrekt. Also wird noch einmal abgebaut und wieder neu montiert. Dann aber rollen die Flieger einer nach dem anderen auf die Graspiste.

Als erster Flieger wird an diesem Tag der 45-jährige Alexander Görnitz starten. Er ist ein erfahrener Pilot und führt mittlerweile schon den Nachwuchs ans Fliegen heran. „Zum Start beginnen aus sicherheitstechnischen Gründen meist die erfahrenden Piloten“, erklärt er. Seit mehr als 30 Jahren fliegt er bereits und das Anfliegen ist immer am schönsten. „Manchmal habe ich das Gefühl, in den Wintermonaten rostet meine Flugerfahrenheit etwas ein. Aber dann beim Anfliegen ist plötzlich alles wieder da“, meint Görnitz. Ihm gefällt  es im Aeroklub Hoyerswerda: Da ist er in Gemeinschaft, kann mit Gleichgesinnten fachsimpeln und sein faszinierendes Hobby ausleben. „Außerdem wachse ich gerne mit vielen kleinen Schritten an mir selbst und meiner Flugerfahrung. Das ich jetzt Jugendliche ans Fliegen heranführen kann, daran wachse ich auch noch selbst.“

In die Luft starten wird nach der Winterpause auch der 18-jährige Tobias Thaler. „Ich finde es nach drei Jahren Fliegerei immer noch spannend, andere Perspektiven aus der Luft zu erfahren. Vieles sieht von oben ganz anders aus“, meint er. Tobias kann nur jeden anderen dazu animieren, sich auch mal in solch einen Segelflieger zu setzen und den Perspektivwechsel zu erleben. Er ist im Übrigen einer von 15 Nachwuchspiloten. „Auf die Anzahl der Mitglieder in unserem Jugendbereich sind wir derzeit besonders stolz“, meint Fichte. „Obwohl man auch im gesetzten Alter noch mit dem Fliegen anfangen kann“, betont er. „Wir freuen uns auf jeden Nachwuchspiloten. Wer Interesse hat kann sich während der Saison jeden Samstag ab 9 Uhr auf dem Flugplatz in Nardt einfinden und mal reinschnuppern“, ruft er auf.