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Frische Werke junger Künstler im Lausitz-Center

Die Preisträgerinnen der 53. Kinder- und Jugendgalerie Sarah Simeth (l.) und Annahit Dartyan vom Christlichen Gymnasium Johanneum haben mit ihren Comic-Zeichnungen mal ein ganz anderes künstlerisches Kapitel aufgeschlagen.
Die Preisträgerinnen der 53. Kinder- und Jugendgalerie Sarah Simeth (l.) und Annahit Dartyan vom Christlichen Gymnasium Johanneum haben mit ihren Comic-Zeichnungen mal ein ganz anderes künstlerisches Kapitel aufgeschlagen. FOTO: Mandy Fürst/mft1
Hoyerswerda. Die Preisträger der 53. Kinder- und Jugendgalerie wurden am Mittwoch im Lausitz-Center ausgezeichnet. Mandy Fürst

Um die frischen Werke der jungen Talente auch künftig angemessen präsentieren zu können, sucht die Kufa Unterstützung für eine dringende Schönheitskur.

Mira Miguel von Beruflichen Schulzentrum BSZ "Konrad Zuse" hat vom Team vom Cinemotion Hoyerswerda einen Sonderpreis für ihren Kunstdruck "Hundeblick" erhalten. Filmreif schmachtet der schlappohrige Vierbeiner den Betrachter an. Ein Leckerli, die Leine, das vermisste Frauchen, alles möchte man ihm so schnell als möglich herzaubern, um diesem Blick zu entrinnen. Ein stimmiges Szenario also, um Gewinner eines Kino-Preises zu sein.

Sarah Simeth und Annahit Dartyan sind kunstliterarischen Weg gegangen. Das Thema der Siebtklässlerinnen vom Christlichen Gymnasium Johanneum war die Onomatopöie, also die Nachahmung eines Lautes durch einen klanglich als ähnlich empfundenen sprachlichen Ausdruck. In Comics erscheinen sie als Kombination eines geschrieben Wortes und eines dem angestrebten Klang angemessenen grafischen Elements. Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.

Die Juroren vom Johanneum haben die Mädchen mit ihren Interpretationen erreichen können. Auch Sarah und Anahit sind Preisträgerinnen.

37 Auszeichnungen haben Lehrer, verschiedene Sponsoren und die Stadt Hoyerswerda vergeben. Insgesamt ist die Aktion jedoch größer, als es die etwa 80 ausgestellten Exponate vermuten lassen. "Jede Schule trifft ja bereits eine Vorauswahl", erläuterte Bürgermeister Thomas Delling (SPD) den zahlreichen Gästen der offiziellen Preisverleihung . Die 53. Auflage einer solchen Wettbewerbsreihe sei keine Selbstverständlichkeit, sagte Delling. Die ersten Teilnehmer könnten heute bereits als Großeltern durch das Lausitz Center wandeln, in dem die Ausstellung ob ihrer Vielfalt an Techniken und Kunstspielen so gut aufgehoben sei, wie ihre Organisation bei der Kulturfabrik in guten Händen ist. Die Stadt werde die Galerie und ihre Macher auch in Zukunft nach Kräften unterstützen, versprach der Bürgermeister.

Als "Galerie der Freundschaft" hatte die Talentschau im Pionierhaus 1 "Grete Walter" begonnen. Mit der Heimkehr der Kulturfabrik in dieses Gebäude, das heute als "Bürgerzentrum Braugasse 1" Kunst und Kultur in Hoyerswerda eine Heimstatt gibt, schloss sich der Kreis. Das sei schon ein bisschen verrückt, kommentiert Kufa-Chef Uwe Proksch den Lauf der Geschichte.

Auch wenn die Kinder- und Jugendgalerie in jedem Jahr wieder eine gewisse Herausforderung darstelle, möchte er sie auf keinen Fall aufgeben. Jeder Künstler brauche eine Bühne, ist Proksch überzeugt. Gerade die jungen Maler, Grafiker und bildenden Künstler hätten nicht oft Gelegenheit, mit ihren Werken aus den Unterrichts- und Zirkelräumen in die Öffentlichkeit zu ge.

Natürlich kann ein 52 Jahre währendes Grundkonzept kein Diktat sein. So wurden verschiedene Spielorte wie das Schloss und die Lausitzhalle, aber auch unterschiedliche Jury-Konstrukte ausprobiert. Im Moment erwählt jede Einrichtung drei Preisträger aus den eigenen Reihen. Viele Sponsoren suchen ihre Favoriten selbst aus. Auch die Stadt vergibt Sonderpreise. Diese gingen in diesem Jahr an Carolin Kockert und Sophia Keck vom Foucault-Gymnasium für ihre Werke "mensch plus x" und "Hoywoy, Dir sind wir treu".

Wer die preisgekrönten Exponate oder auch andere Exponate wie eine ganze Gruppe Dosenmonster noch sehen möchte, hat dazu nur noch heute und morgen Gelegenheit. Am Dienstag wird die Ausstellung abgebaut. Hart getroffen hat es übrigens nicht nur den Hund auf Miras Bild, sondern auch viele der Bilderrahmen im Fundus der Kufa. Mit einem neuen Rahmensatz könnte die 54. Kinder- und Jugendgalerie in ganz frischem Glanz erstrahlen.