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| 17:17 Uhr

Lesung
Frisch veröffentlichte Schriften von Brigitte Reimann

Helene Schmidt vom Kunstverein Hoyerswerda liest aus dem Briefwechsel von Brigitte Reimann und Wolfgang Schreyer.
Helene Schmidt vom Kunstverein Hoyerswerda liest aus dem Briefwechsel von Brigitte Reimann und Wolfgang Schreyer. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Briefwechsel mit Autoren und ihren Geschwistern sind neu auf dem Markt erschienen und in Hoyerswerda vorgestellt worden. Von Katrin Demczenko

Am Wochenende wäre sie 85 Jahre alt geworden: die Schriftstellerin Brigitte Reimann. Auch noch lange nach ihrem Tod überrascht die Autorin immer wieder aufs Neue. Anlässlich ihres Geburtstages organisierte der Kunstverein Hoyerswerda in der Begegnungsstätte im Wohnkomplex I eine Lesung. Das Besondere: „Ich möchte so gerne in Held sein“, ein frisch erschienener Briefwechsel zwischen Brigitte Reimann und Wolfgang Schreyer, wurde präsentiert.

Wolfgang Schreyer und Brigitte Reimann lernten sich 1955 in der Arbeitgemeinschaft Junger Autoren Magdeburg kennen und hielten Freundschaft bis zum Tod von Reimann. Die Briefe der beiden erinnern heute lebendig an jene Zeit des Aufbaus und die Probleme, die damals dringend einer Lösung bedurften. Schreyer, der zeitlebens in Ahrenshoop an der Ostsee wohnte, dachte schreibend über den Sinn sozialistischer Schriftstellerkongresse nach. Die 1933 in Burg bei Magdeburg geborene Reimann machte sich Gedanken über die Qualität von Theaterstücken und Filmen ihrer Kollegen, die nicht immer die wichtige Aufgabe erfüllten, Zuschauer zur ehrlichen Auseinandersetzung mit der DDR-Realität anzuregen.

Brigitte Reimanns eigene Werke, allen voran ihr unvollendet gebliebener Roman „Franziska Linkerhand“ werden heute weltweit gelesen. Mit diesem Roman setzt Brigitte Reimann den Erbauern von Hoyerswerda-Neustadt ein Denkmal und forderte schon damals offen, dass neue Städte nicht ohne Kultureinrichtungen und Kommunikationsräume für ihre Bewohner gebaut werden dürfen. Sie beließ es aber nicht beim Schreiben, sondern kämpfte von 1960 bis 1968, als sie in Hoyerswerda in der Liselotte-Hermann-Straße 20 lebte, selbst für Verbesserungen. Im Kontakt mit dem Hoyerswerdaer Aufbaustab und dem DDR-Staatschef Walter Ulbricht setzte sie unter anderem 1964 den Bau des Jugendclubhauses Ossi durch, erzählte der Kunstvereinsvorsitzende Martin Schmidt. Er gab auch den Hinweis, dass Heide Hampel und Angela Drescher zu Ehren des Geburtstages das Buch „Post vom Schwarzen Schaf“ herausgegeben haben. Es beinhaltet den Briefwechsel zwischen Brigitte Reimann und ihren Geschwistern Ludwig, Ullrich und Dorothea. Beleuchtet wird vorwiegend das private Leben der Familie.