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Friedersdorfer Strand wird wieder zum Mekka für Volleyballer

60 Mannschaften treten am Wochenende beim Silbersee-Beach-Cup an. In diesem Jahr gibt es für sie übrigens orangefarbene T-Shirts. Diese speziellen Shirts wurden 1997 eingeführt. Die ersten waren grau meliert.
60 Mannschaften treten am Wochenende beim Silbersee-Beach-Cup an. In diesem Jahr gibt es für sie übrigens orangefarbene T-Shirts. Diese speziellen Shirts wurden 1997 eingeführt. Die ersten waren grau meliert. FOTO: SC
Hoyerswerda/Lohsa. Am 29. und 30. Juli wird das Silbersee-Beach-Volleyball-Turnier vom SC Hoyerswerda 25 Jahre alt. Da werden Erinnerungen wach wie an das große Schlammturnier 2009. Und "in die Jahre" kommen das Event und seine Akteure offenbar nie. Mandy Fürst / mft1

Manchmal ist das Glück dort zu finden, wo man eigentlich gar nicht gesucht hat: 1993 haben sich sechs junge Leute von der Sportjugend des Sportbundes Hoyerswerda auf die Suche nach einem geeigneten Strand für ein Beach-Volleyball-Turnier gemacht. Natürlich peilte das Sextett zunächst den Knappensee als damaligen Haussee der Hoyerswerdaer an. Doch erwies sich der Uferbereich als völlig ungeeignet für die Anlage von mindestens drei Spielfeldern.

Kurz entschlossen fuhr die Gruppe weiter zum nächstgelegenen Silbersee bei Lohsa. Und siehe da, die Flächen am Friedersdorfer Strand gaben problemlos den nötigen Platz für die Aufbauten her und der Sand floss den jungen Leuten "samtweich" durch die Zehen. Und auch für das leibliche Wohl war alles Nötige vor Ort. So wurde diesem Strand als Turnierplatz eine Chance gegeben. Das ist nun 25 Jahre her.

Die Hilfe der Gastronomen, die Unterstützung der Sponsoren und der Einheitsgemeinde Lohsa sowie das Verständnis der Camper sind inzwischen die wichtigsten Stützpfeiler des alljährlichen Spektakels am Silbersee. Und auch das Org-Team hat sich - wohlgemerkt nicht mehr als nötig - professionalisiert. "Damals wussten wir nur: Der Ball ist rund", erzählt Daniela Fünfstück, die eine der sechs Freiwilligen vom Sportjugend-Vorstand war. Jetzt ist sie Geschäftsführerin des Sportclubs (SC) Hoyerswerda und kann diese amüsanten Anfängen des Turnieres, das heute als "Silbersee-Beach" das Sommervolleyball-Ereignis der Region überhaupt darstellt, selbst kaum glauben.

Aus den 13 Männer- und vier Mixed-Mannschaften von 1993 sind sechs Staffeln zu je sechs gemischten Teams geworden. Statt auf drei Spielfeldern wird heute auf zehn gekämpft.

Dass andere Veranstalter ihnen hier und da einige Teilnehmer "abzapfen", ist für einen Breitensportverein wie den Sportclub eher erfreulich als bedauerlich. Denn für ihn als Breitensportverein ist natürlich das übergeordnete Anliegen, Menschen in Bewegung und Gesundheit zu bringen. Und das ist im Verbund mit anderen Akteuren viel besser zu realisieren, als allein. Daher stimmt sich der SC mittlerweile mit anderen Veranstaltern ab. Wichtig sei einzig das positive Gefühl, mit dem jeder Teilnehmer am Sonntagabend nach Hause fahren soll, sagt Daniela Fünfstück. Darum sorgt das Reglement von jeher dafür, dass alle Mannschaften bis zum letzten Tag im Spiel bleiben.

Verrückte Erinnerungen wie jene an die Jahre 2005 und 2006, als 78 Mannschaften auf 13 Plätzen pritschten und baggerten, oder das große Schlammturnier 2009, als Spieler und Helfer Gräben um die Felder zogen, in denen das Regenwasser sich sammeln und ablaufen konnte - diese Erinnerungen bewirken, dass viele immer wieder kommen. Und dieser Zusammenhalt wiederum trug das Turnier von 2010 bis 2013 über die Sperrung der Uferbereiche des in bergbaulicher Sanierung befindlichen Gewässers hinweg.

Und dann sind da noch die "Silbersee-Beach"-Shirts, die man so wunderbar bei anderen Wettbewerben vorführen kann. In allen Farben leuchten die Sammlungen aus den verschiedenen Jahren. So bunt wie die Silvesterfeuerwerke, mit denen die Anmeldefrist traditionell beginnt.

Auch in diesem Jahr war die auf 60 Mannschaften beschränkte Meldeliste bereits im März voll. Alle weiteren Anfragen wurden in der Warteliste notiert. Das Interesse ist also auch nach einem Vierteljahrhundert noch ungebrochen. Dabei gibt's beim "Silbersee-Beach" außer einer Menge Spaß nicht viel zu holen. "Die ersten drei Plätze bekommen eine Flasche Sekt und eine Reise, nämlich die nach Hause", scherzt Daniela Fünfstück. Die eigentlichen Sieger sind die Sportler vom letztplatzierten Team. Die bekommen nämlich die rote Laterne mit auf den Heimweg. Und wem was nicht passt, der darf das gerne dem bronzenen "Meckerarsch" erzählen, und sich danach weiter am Leben und seinem farbenfrohen Shirt erfreuen, das in aller Welt verkündet: "Ich war dabei!".