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Freudentränen kullerten im Geburtensaal

Hoyerswerda.. Man mag die Idylle kaum stören. Danny Haschicks Finger streicheln immer und immer wieder ganz sacht über das Köpfchen seines Töchterchens, während Lucy Angelina mit geschlossenen Äuglein kraftvoll am Schnuller saugt. Gerührt schaut Beatrice Böhm zu und quittiert die zärtliche Geste ihres Lebensgefährten mit einem verständnisvollen Lächeln. Es steht den frisch gebackenen Eltern ins Gesicht geschrieben, dass sie überglücklich sind. Von Heiderose Kinastowski

Natürlich wollten Beatrice Böhm und Danny Haschick ein Kind, ein Mädchen. Dass ihr Herzenswunsch in Erfüllung ging, ist für sie die größte Freude. Lucy Angelina erblickte am Montag, 21. Juli, 17.43 Uhr, in der Frauenklinik Hoyerswerda das Licht der Welt. Sie wurde in die Klinikstatistik als 340. Geburt des Jahres und 39. des Monats eingetragen. Erste Daten des kleinen Fräuleins sind ein Gewicht von 3650 Gramm und eine Größe von 51 Zentimetern. Stolz ist das Paar natürlich, dass gerade ihr Schätzchen RUNDSCHAU-Baby der Woche ist. „Der Artikel wird eingerahmt und im Kinderzimmer aufgehangen, und der Plüschstorch, das Maskottchen der RUNDSCHAU, wird am Kinderwagen befestigt“ , entscheidet spontan der 26-jährige Berufsfeuerwehrmann.
Die zarte Romanze von Beatrice Böhm aus Spremberg und Danny Haschick aus Zerre begann vor sieben Jahren, allerdings ohne Happyend. Man habe sich aus den Augen verloren, bis es vor einem Jahr ein Wiedersehen gab, als die junge Frau ihre Großeltern in Zerre besuchte. Treffsicher landete jetzt Amors Pfeil. Die Krönung ihrer Liebe ist Töchterchen Lucy Angelina. „Wir wollten vorher wissen, ob wir ein Mädchen bekommen“ , erzählt die 24-Jährige. „Ich habe gesagt, beim ersten Kind möchten wir erfahren, welchen Geschlechts das Baby ist. Beim zweiten ist es uns egal, ob Junge oder Mädchen“ , plaudert sie weiter und verrät somit, dass Lucy einmal mit einem Geschwisterchen aufwachsen wird.
Im 5. bzw. 6. Schwangerschaftsmonat wurde dem Paar versichert, dass der Nachwuchs ein Mädchen sei. Dennoch waren beide skeptisch, ob ihr Wunsch wirklich in Erfüllung geht, denn ein Gynäkologe kann sich ja mal irren.
Die Kleine sollte bereits eine Woche früher, am 14. Juli, zur Welt kommen, so wurde der voraussichtliche Entbindungstermin errechnet. Als Beatrice Böhm am Montag zur geplanten CTG-Untersuchung in der Frauenklinik erschien, bedeutete man ihr, sofort dazubleiben. Damit hatte die 24-Jährige allerdings nicht gerechnet. Ein Problem war es nicht, denn die Tasche für den Klinikaufenthalt wurde schon seit fünf Wochen im Auto spazieren gefahren, für den Fall der Fälle, erzählen die jungen Eltern. Natürlich wollte Danny Haschick auch im bewegendsten Moment, der Geburt der Tochter, an der Seite seiner Lebensgefährtin sein. „Es war beeindruckend und schön zu gleich“ , schildert der 26-Jährige. „Allerdings fühlt man sich seiner Frau gegenüber so hilflos, weil man nichts tun kann, um ihre Schmerzen zu lindern.“ Und er scheut sich nicht zu erzählen, dass ihm vor Rührung und Freude Tränen über die Wangen kullerten, als Lucy seiner Lebensgefährtin in den Arm gelegt wurde.
Bei der Namenssuche für ihr Töchterchen kam dem Paar der Zufall zu Hilfe. Als sie wieder einmal mit dem Auto unterwegs waren, fuhr vor ihnen ein Pkw, auf dessen Heckscheibe sich ein Aufkleber mit den Worten „Lucy on Tour“ befand. „Der Name gefiel uns sofort“ , sagt die 24-Jährige, „und später entschieden wir uns noch für Angelina.“
Total happy über die Geburt ihrer Enkelin sind auch die Großeltern in Spremberg und Zerre. „Meine Mutti ist gleich mit Sekt durch die Gartenanlage gelaufen und hat allen einen ausgegeben. Die Spartenfreunde haben meine Mutti schon lange gelöchert, wann sie endlich Oma wird“ , erzählt schmunzelnd Beatrice Böhm. Ihre Eltern hätten für ihr erstes Enkelkind schon ein kleines Boot für den Gartenpool gekauft. Toll was los sei am Montag auch in Zerre gewesen, als die Kunde von der Geburt des neuen Erdenbürgers im Ort herum war, weiß Danny Haschick zu berichten. Sogar Bürgermeister Manfred Heine habe ihm gratuliert. Und zu Ehren von Lucy seien edle Tröpfchen geflossen. „Bei meinen Eltern hat die Freude darüber, dass sie erstmals Großeltern geworden sind, einen wahren Kaufrausch ausgelöst“ , sagt der 26-Jährige.
Ein Jahr möchte Beatrice Böhm, von Beruf Arzthelferin, auf alle Fälle pausieren. Wenn sich das Baby prächtig entwickelt und mit Freude in den Kindergarten geht, dann will die junge Mutter halbtags wieder in ihrem Metier arbeiten. Nicht nur ein zweites Kind gehört zu den Zukunftsplänen der sympathischen Eltern, sondern auch der Gang zum Standesamt. Und Danny Haschick, der Mitglied der Feuerwehr Zerre ist, sieht heute schon sein Töchterchen in fescher Uniform der Floriansjünger.