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Freie Fahrt für den Straßenneubau

Auf schmaler Spur: Die Kreisstraße zwischen Maukendorf und Knappenrode soll für insgesamt 1,7 Millionen Euro ausgebaut werden.
Auf schmaler Spur: Die Kreisstraße zwischen Maukendorf und Knappenrode soll für insgesamt 1,7 Millionen Euro ausgebaut werden. FOTO: ahu
Dörgenhausen. Sehr schön, aber laut. So bezeichnete Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) den gestrigen Termin unmittelbar an der Ortsdurchfahrt Dörgenhausen. Anja Hummel

Laut des dröhnenden Verkehrs und schön des Besuches wegen. Denn Letzterer kam mit einer besonderen Gabe im Gepäck: Staatssekretär Stefan Brangs (SPD) überreichte der Stadt Hoyerswerda den lang ersehnten Förderbescheid über rund 2,5 Millionen Euro zum Ausbau der Dörgenhausener Ortsdurchfahrt. Mit eben diesem Geld soll der dröhnende Verkehr ab kommendem Frühjahr "bekämpft" werden. In drei Bauabschnitten werden insgesamt 3,5 Millionen Euro in die Hand genommen.

Neben dem Bau eines beidseitigen Gehweges soll auch ein einseitiger Radweg entstehen. "Die Straße ist eine der entscheidenden Achsen, die wir im Süden Hoyerswerdas haben", begründete der Staatssekretär des sächsischen Wirtschaftsministeriums die finanzielle Unterstützung. Mindestens bis Sommer 2019 sollen sich die Bauarbeiten auf der gut einen Kilometer langen Strecke hinziehen. Stefan Skora weiß genau, was von den Dörgenhausenern in dieser Zeit abverlangt wird. "Das wird noch manche Nerven kosten. Aber ich glaube, das werden die Dörgenhausener gemeinsam tragen, weil sie wissen, welches Endprodukt entsteht."

Einer, der mit dem "Endprodukt" nicht gänzlich im Einklang steht, ist Anwohner Eberhard Schimann. "Mit dem Wegfall der Einbuchtung für die Busse sind Staus vorprogrammiert", kritisiert er. Und mit dem Bau einer Verkehrsinsel sei es für Pkw künftig unmöglich, die Busse zu überholen. Er und Nachbar Benno Domanja zeigen sich verärgert über das Ignorieren einiger Anliegerbedenken.

Sonja Gräser vom Tiefbau- und Gewässermanagement der Stadt Hoyerswerda versichert: "Alle Einwände der Anwohner sind geprüft und in die Planung einbezogen worden." Eine hundertprozentige Zufriedenstellung aller Seiten sei einfach nicht machbar. Im Frühjahr 2018 sollen Baumfällungen und erste Rückbauarbeiten starten.

Zur selben Zeit dürfte es auch auf der Verbindungsstraße zwischen Maukendorf und Knappenrode viel Bewegung geben. Denn für den Ausbau der Kreisstraße übergab Stefan Brangs auch einen Förderbescheid über 1,3 Millionen Euro an Birgit Weber, Beigeordnete des Landkreises Bautzen. Es soll einen Radweg geben, der Bau einer Haltestelle ist ebenfalls geplant. "Die Maßnahme ist auch touristisch entscheidend", so Brangs. Schließlich ist der Radweg Teil der regionalen Radwanderroute "Niederlausitzer Bergbautour". Insgesamt sind für den Ausbau der anderthalb Kilometer langen Strecke 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Auch hier sind die Arbeiten, genau wie in Dörgenhausen, mit Straßensperrungen verbunden. Wolfgang Neubert weiß als Dörgenhausens Ortsvorsteher um die bevorstehende komplizierte Verkehrssituation.

"Aber wenn die Straße unter Dach und Fach ist, geht es gleich weiter mit der Planung der Dorfmitte", sorgt er nicht nur bei Oberbürgermeister Skora für ein Schmunzeln. Der hat zunächst einen anderen Wunsch. Denn im nächsten Schritt werden Landkreis und Stadt mit den Vorbereitungen für die Ausschreibungen beginnen. "Ich hoffe, dass es dann auch Firmen gibt, die sich beteiligen. Denn es sind schon Bauprojekte gescheitert, weil sie von keiner Firma durchgeführt wurden." Sein zweiter frommer Wunsch: im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten bleiben.