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| 13:12 Uhr

Gleichberechtigung
Frauen machen im Kreis Bautzen 75 Prozent aller Teilzeitjobs

Bautzen. Der Chef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Dresden-Chemnitz spricht von einer „Karrierefalle“.

Die Teilzeit und der Niedriglohn – im Landkreis Bautzen ist beides weiblich: Noch immer sind hier 75 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in Frauenhand. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Internationalen Frauentag  hingewiesen. Bei den rund 33 000 Teilzeit-Stellen im Landkreis liegt der Frauenanteil nach Angaben der Arbeitsagentur sogar bei 82 Prozent.

Volkmar Heinrich, Geschäftsführer der NGG Dresden-Chemnitz, spricht von einer „Karrierefalle“: Gerade in Hotels, Restaurants und Bäckereien seien Minijobs und Teilzeit-Verträge stark verbreitet. „Die Kellnerin in Vollzeit ist die Ausnahme“, so Heinrich. Wer jedoch 20 oder 25 Stunden arbeite, habe es beim beruflichen Aufstieg deutlich schwerer. Das gehe aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Danach sind für Teilzeit-Beschäftigte auch Gehaltszuwächse und Beförderungen seltener.

„Bei der Bezahlung stehen Frauen allgemein weiterhin deutlich schlechter da als Männer“, kritisiert Heinrich. So verdienten Frauen in Deutschland zuletzt 21 Prozent weniger als Männer. Das hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Im EU-Durchschnitt lag der so genannte „Gender Pay Gap“ dagegen lediglich bei 16 Prozent. „Es kann nicht sein, dass Paula nur deshalb auf bis zu mehrere Hundert Euro pro Monat verzichten muss, weil sie nicht Paul heißt“, kritisiert Heinrich.

(red/dh)