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Kurzfilmwettbewerb
Traumberuf als Regisseurin nun ein ganzes Stück näher

Marie-Sophie Giudicelli hat die Herzen des Publikums in Hoyerswerda mit ihrem 7-Minuten-Kurzfilm im Sturm erobert.
Marie-Sophie Giudicelli hat die Herzen des Publikums in Hoyerswerda mit ihrem 7-Minuten-Kurzfilm im Sturm erobert. FOTO: Anja Guhlan / Guhlan Anja
Hoyerswerda. Französin gewinnt Filmwettbewerb in Hoyerswerda. Von Anja Guhlan

Eine junge Frau, allein  in einem Haus, wird mit einer belastenden und unsichtbaren Präsenz konfrontiert. Sie weiß nicht mehr, ob die real oder virtuell ist. So kann der vom Publikum in Hoyerswerda preisgekrönte Kurzfilm, den sich Marie-Sophie Giudicelli erdacht und produziert hat, am besten beschrieben werden. Auch die Jury, die aus Filmschaffenden aus Leipzig und Dresden besteht, ist von dem Film beeindruckt und bescheinigt der Autorin des Streifens des Genres experimentelle Fiktion das Prädikat „qualitativ wertvoll“.

Dirk Lienig, der Organisator des Filmfestes, gibt am Ende bekannt: Dder Kurzfilm „Das Unbekannte“ hat 96 Punkte aus der Publikumswertung erzielt und ist mit großen Abstand zu den anderen 15 gezeigten Filmen zum Sieger der Herzen im Kinosaal gekürt worden.

Die Französin, die für acht Monate als Sprachassistentin in Hoyerswerda am Lessing-Gymnasium ihre Auslandserfahrung erweitert hat, ist  überrascht und glücklich. „Mich freut es, dass ich den Publikumspreis gewonnen habe. Schließlich macht man Filme für das Publikum. Ich bin sehr dankbar“, sagt die Preisträgerin. Marie-Sophie Giudicelli hat im französischen Paris „Schöne Künste“ studiert. Nun will sie ihren Traumberuf als Regisseurin verwirklichen. „Das Unbekannte“ ist ihr zweiter Kurzfilm.  Sieben Monate hat sie mit einem ganzen Team an der deutsch-französischen Produktion gefeilt.  Die Filmidee ist ihr bei ihrer Ankunft in Hoyerswerda gekommen. „In den Medien hat man viel Schlechtes über Hoyerswerda in Erfahrung bringen können. Gerade auch in Bezug auf Ausländer. Ich hatte Angst nach Hoyerswerda zu kommen. Als ich jedoch in Hoyerswerda ankam, waren alle Menschen offen und aufgeschlossen. Das regte mich zur Filmidee an“, erklärt die 25-Jährige.  Die Botschaft des Films appelliert an den Zuschauer, sich raus in die reale Welt zu bewegen, die Augen zu öffnen und selbst zu erkennen, was die Welt so bietet. Marie-Sophie möchte den Blick vom Virtuellen auf das Reale lenken. „Anfangs wusste ich nicht, ob meine Idee gut ankommen wird. Aber die Publikumswertung hat mir gezeigt, dass den Menschen mein Film gefällt“, so die junge Frau.

„Die Arbeit an dem Film hat mir großen Spaß gemacht. Obwohl auch noch viel Hilfe notwendig war“, so Marie-Sophie Giudicelli. Ihren Kurzfilm hat sie nun auch beim Cottbuser Filmfestival für die Filmschau mit eingereicht. Auch in Frankreich plant die gebürtige Französin eine Veranstaltung, bei der der Film in Paris aufgeführt werden soll. „Ich hoffe ich bin damit meinem Traumberuf als Regisseurin ein Stück näher gekommen“, meint sie. Nach Deutschland oder nach Hoyerswerda möchte sie später gern wieder  kommen. Dann vielleicht schon mit  weiteren Filmen im Gepäck.