"Der 1. Mai 2004 war ein Meilenstein für uns. Viele Vermutungen wurden im Vorfeld dazu angestellt, wie es wohl werden würde", so Romy Ballat, Leiterin der Bundesgrenzschutzinspektion Bad Muskau, im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Nachdem die Statistik für das Jahr 2004 erfasst ist, zeigt sich, dass die Feststellungen durch die BGS-Beamten gestiegen sind. Und das, obwohl die Kontrollen nur stichprobenartig zum Beispiel anhand von Schwerpunktzeiten oder dem Fahndungsraster erfolgen. "Manch einer denkt, bei uns geht es recht locker zu", so Romy Ballat. Und das scheinen einige weidlich auszunutzen. "Dabei haben unsere Mitarbeiter genügend Fingerspitzengefühl und auch Erfahrungen, eben ein gutes Gespür, sind gut geschult und wissen, wo sie kontrollieren müssen. Und da sie ja nicht mehr jeden kontrollieren, haben sie Freiräume, es bei anderen ganz besonders ordentlich und gründlich zu tun", berichtet Romy Ballat.

28 Prozent Steigerung bei den Aufgriffen am Grenzübergang schlagen zu Buche. So versucht mancher, mit gefälschten Reisepässen sein Glück zu probieren. Andere wiederum steuern ihr Auto mit Alkohol im Blut oder fahren ohne Führerschein. 190 solcher Fälle hat der BGS im letzten Jahr erfasst und zur weiteren Behandlung an die Landespolizei weitergegeben.

Zu viele Zigaretten und zu viel Benzin – Feststellungen, die in den Zollbereich fallen – waren auch 2004 ein Dauerthema. "Was sich da in manchem Kofferraum zeigt, ist wirklich abenteuerlich. Da wird Benzin in allen möglichen Behältnissen transportiert. Die Gefährlichkeit scheinen diese Autofahrer absolut zu unterschätzen. Wenn sich da ein Auffahrunfall ereignen würde! Diese Kraftfahrer verstoßen übrigens gegen die Gefahrgutverordnung", berichtet Romy Ballat.

Auch das Thema Pyrotechnik beschäftigte den BGS vor allem in den letzten Wochen des Jahres. In 102 Fällen wurden die unterschiedlichsten Artikel sicher gestellt. Zwölf Strafanzeigen waren die Folge. "Die einen meinten, der Versuch war es wert. Andere wiederum, meinten, es sind doch nur ein paar Knaller", gibt die BGS-Chefin die Argumente der Aufgeflogenen wieder.

Auch im Bereich der grünen Grenze verzeichnete der BGS im letzten Jahr verstärkte Aktivitäten. 311 illegal eingereiste Personen wurden gefasst. "Das ist ein Anstieg von zehn Prozent. Über 86 Prozent der Ausländer wurden organisiert eingeschleust", so Romy Ballat. Gleichzeitig gingen dem Grenzschutz auch 51 Schleuser polnischer und deutscher Nationalität ins Netz. 40 davon "wanderten" in U-Haft. Den Großteil der illegal Eingereisten stellen die Ukrainer. "Die haben meist einen Aufenthaltstitel für Polen, so dass unseren Kollegen dort die Hände gebunden sind. Erst, wenn sie wirklich den Fuß über die Grenze gesetzt haben, können wir handeln", erfährt die RUNDSCHAU.

Neben den Ukrainern haben auch Russen, Chinesen, Vietnamesen, Inder zwischen Bad Muskau und Podrosche versucht, nach Deutschland zu kommen. "Schwerpunkt bei den illegalen Übertritten ist eindeutig der nördliche Bereich, sprich Bad Muskau, Krausch–witz, Sagar, Skerbersdorf", so Romy Ballat.