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| 14:21 Uhr

Hoyerswerda
Pumpe-Ausstellung bleibt länger im Center

Fotografen-Legende Erich Schutt steht vor seinen Fotos vom Aufbau des Kombinats Schwarze Pumpe. Er war beim Spatenstich 1955 dabei.
Fotografen-Legende Erich Schutt steht vor seinen Fotos vom Aufbau des Kombinats Schwarze Pumpe. Er war beim Spatenstich 1955 dabei. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Das Fotografen-Ehepaar Schutt hat den Aufbau des Kombinats und der Hoyerswerdaer Neustadt miterlebt und dokumentiert. Von Sascha Klein

Die Ausstellung über den Aufbau des Kombinates Schwarze Pumpe und der Neustadt in Hoyerswerda im Lausitz-Center wird verlängert. Wie Dr. Günter Seifert vom Traditions- und Förderverein Glückauf Schwarze Pumpe betont, ist sie nun bis zum kommenden Samstag zu sehen. Eigentlich sollte sie Anfang dieser Woche schon abgebaut werden. Doch offenbar haben die Bilder und Fakten den Nerv der Menschen getroffen.

Ein Foto dieser Ausstellung ist weit über Hoyerswerda bekannt geworden. Es steht für den Aufbau der Schwerindustrie der jungen DDR. Minister Fritz Selbmann klettert auf eine Planierraupe und beginnt offiziell die Bauarbeiten für das Kombinat Schwarze Pumpe. Gemacht worden ist dieses Foto von Erich Schutt. Der heute 87-Jährige hat alle wichtigen Bauprojekte im Bezirk Cottbus begleitet. Er ist der Fotoreporter gewesen, der auf den Großbaustellen ein- und ausgegangen ist. Der Vetschauer, der seit vielen Jahren in Cottbus lebt, hat rund fünf Jahrzehnte für die Lausitzer Rundschau gearbeitet.

Nun steht Erich Schutt gemeinsam mit seiner Frau Anneliese vor seinem berühmten Foto im Lausitz-Center. „Wir haben gestaunt, wie sich Selbmann mit der Planierraupe auskannte. Er war ein beliebter Minister“, erinnert sich Schutt. Für ein weiteres Übersichtsbild vom Baubeginn in Schwarze Pumpe ist er auf eine Feuerwehrleiter geklettert. Auch dieses Foto ist heute legendär. Erich Schutt hat viele Großprojekte begleitet – neben Schwarze Pumpe auch den Bau der Kraftwerke Lübbenau/Vetschau, Boxberg sowie den Aufbau des Chemiefaserkombinats in Guben.

Gemeinsam mit seiner Frau, die auch Fotografin ist, ist er jedoch oft auch in der Hoyerswerdaer Neustadt unterwegs gewesen. „Wir wollten den eigentlich grauen Gesamteindruck in unseren Bildern bunter zeigen“, sagt Anneliese Schutt. Sie haben sich die schönen Ecken gesucht – dort, wo Kunst stand, wo Blumen blühten und es besondere Blicke zu erhaschen gab. Davon gab es viele, erzählen sie. Die Kinder mussten immer mit. Für einige Bildbände, für die sie viele Fotos gemacht haben, haben die Schutt-Kinder als Statisten mitgewirkt. „Wenn gerade niemand auf der Straße war, hat Erich gesagt: Geh du mal mit den Kindern dort die Straße entlang“, sagt Anneliese Schutt. Und schon waren sie Teil der Geschichte.