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Fördergelder für reparaturreife Radwege rollen

Wurzelaufbrüche an Radwegen über Land sind ein großes Problem. In Sachsen können auch Instandsetzungen großzügig gefördert werden.
Wurzelaufbrüche an Radwegen über Land sind ein großes Problem. In Sachsen können auch Instandsetzungen großzügig gefördert werden. FOTO: str
Bautzen/Knappenrode. Das Radwegenetz im Landkreis Bautzen soll flott gemacht werden. Viele Pfade fristen ein marodes Dasein. Am Geld mangelt es nicht. Kathleen Weser / kw

Die Lausitzer steigen gern aufs Fahrrad. Und seit die Fahrt auf den Drahteseln technisch kräftig unterstützt und damit auch von der teilweise beschwerlichen Topografie im Oberland unabhängig wird, nimmt der Bedarf an sicheren Pfaden für die Pedalritter zu. Das bestätigt Birgit Weber, Beigeordnete im Kreishaus, auch uneingeschränkt für das Gebiet des Kreises Bautzen.

Der hat vor zwei Jahren das Radwegekonzept von den sanften Bergen der Oberlausitz bis ins flache Lausitzer Seenland zu Papier gebracht, um an den viel befahrenen Straßen ebenso wie in den Tourismusgebieten flott zu agieren. Der Griff in den Fördertopf ist dabei angesichts klammer kommunaler Kassen stets ins Auge gefasst.

Vorsorge ist übergreifend getroffen. Der Freistaat Sachsen hält immerhin 18 geeignete Programme vor, mit denen Radwege auf Vordermann gebracht und auch neu errichtet werden können. Die große Herausforderung: Das Paket muss klug geschnürt werden. Mit den Städten und Gemeinden, die nun angehalten sind, für ihre Territorien das Wegenetz den bereits eingetroffenen und zu erwartenden Anforderungen entsprechend zu planen. In der Energiefabrik Knappenrode haben Experten aus Verwaltung und Planung die Fachleute der hiesigen Amtsstuben deshalb gestern rundum informiert.

Instandsetzung und Erneuerung von Radwegen sind im Lande in Höhe von bis zu 90 Prozent förderwürdig, einschließlich der Planungskosten. Neben den reinen Radlerpisten können auch Schutzhütten, öffentliche Fahrradstände, Rastplätze und Aussichtspunkte so großzügig unterstützt werden. Das lässt die Kommunen aus den Nachbarländern schon neidvoll über die Sachsen-Grenze schauen. In Brandenburg sind die Finanzspritzen deutlich schwerer zu erlangen und auch weniger großzügig.

Die Städte und Gemeinden hierzulande sind allerdings angehalten, sich konzeptionell stark aufzustellen, um die Fördergelder erhalten zu können. Ein sinnvolles, übergreifendes Radwege-Bauprogramm zu organisieren, ist Ziel des Landkreises, bestätigt Birgit Weber. "Es macht keinen Sinn, wenn ein Ort auf einigen Kilometern loslegt und es nach der Gemeindegrenze nicht weiter geht", erklärt sie. Das Geld, so schätzt die Beigeordnete ein, ist auch nicht das Problem. "Die öffentliche Hand kommt immer schwerer in den Besitz benötigter Grundstücke", sagt sie. Deshalb erhoffe sich der Kreis von vertiefenden Konzepten in den Kommunen für die Radwege in den Orten und ebenso über Land eine breite Beteiligung der Bürger und damit Verständnis für die Wegepläne. Bauvorhaben in der Langzeitwarteschleife von 15 Jahren wie der Radweg zwischen Neschwitz und Caminau gehörten dann hoffentlich der Vergangenheit an.

Zum Thema:
Der Radverkehr ist derzeit auch politisch in aller Munde. Selbst im Klimaschutzpaket lassen sich neue Wege top fördern. Aber auch die Aktivurlauber kommen zahlreicher in die Region. Das Potenzial des Radverkehrs hat der Landkreis Bautzen erkannt, die eigene Radverkehrskonzeption steht. Jetzt sollen die Städte, Gemeinden und anderen Akteure mit in die Spur. Der ländliche Raum soll konzeptionell nachziehen, damit die Fördergelder sicher in die Lausitz rollen können. (kw)