ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:38 Uhr

Flugplatz Kamenz
Flieger haben immer einen Grund zum Feiern

Ein Mann und seine Berufung: Gerd-Peter Kuhn ist einer der erfolgreichen Firmenchefs auf dem Kamenzer Flugplatz.
Ein Mann und seine Berufung: Gerd-Peter Kuhn ist einer der erfolgreichen Firmenchefs auf dem Kamenzer Flugplatz. FOTO: Uwe Menschner
Kamenz. Am 2. und 3. Juni wird auf dem Kamenzer Flugplatz wieder einmal 100. Jubiläum gefeiert. Im Mittelpunkt stehen die dort angesiedelten Firmen.

Seinen 100. Geburtstag feiert demnächst der Kamenzer Flugplatz. So teilen es Oberbürgermeister Roland Dantz und der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Richard Pötschke, mit.

Doch da war doch schon mal etwas? Wurden hier nicht schon einmal 100 Jahre gefeiert? „In der Tat gab es bereits 2011 Festtage unter dem Motto „100 Jahre Fliegen in Kamenz“, klärt der OB auf. Das damalige Ereignis bezog sich auf den historischen Flug von Oswald Kahnt am 26. März 1911, der als Geburtsstunde der Luftfahrt in der heutigen Fliegerstadt gilt.

Doch einen Flugplatz gab es 1911 noch nicht. Dessen Beginn markiert erst das Datum 20.Juli 1918, als die Zweigfliegerschule der Fliegerersatzabteilung 12 Cottbus den Flugbetrieb zum Zwecke der Ausbildung von Offizieren aufnahm. „Bis zum Juli wollen wir mit dem Feiern allerdings nicht warten, denn dann sind die meisten Kamenzer im Urlaub“, sagt Roland Dantz und schmunzelt. Deshalb finden die Feierlichkeiten bereits am 2. und 3. Juni statt. 

Und zu feiern gibt es durchaus etwas. „Schließlich hat sich der Verkehrslandeplatz Kamenz als wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region etabliert“, wie Peter Pfeifer vom Netzwerk Saxony Light Aviation Systems betont. Das Netzwerk ist immer dabei, wenn es auf dem Flugplatz etwas zu feiern gibt. Es bündelt aber auch die Kompetenz der zahlreichen dort angesiedelten Unternehmen auf dem Gebiet der „leichten“ Luftfahrt.

15 Firmen mit etwa 90 Beschäftigten sind laut Richard Pötschke unmittelbar auf dem Flugplatzgelände ansässig. Platz für weitere Ansiedlungen ist vorhanden. Ein Großteil dieser Unternehmen beschäftigt sich mit dem Bau von und dem Service für Ultraleichtflugzeuge, sodass dort ein beachtliches Cluster dieser Branche entstanden ist.

Eine dieser Firmen ist die Flugsportzentrum Bautzen GmbH, die trotz ihres Namens in Kamenz ansässig ist. „Unser ursprünglicher Firmensitz war in Bautzen, deshalb tragen wir diese Bezeichnung“, erklärt Geschäftsführer Gerd-Peter Kuhn. Das Unternehmen führt Wartungen für verschiedene Hersteller durch, baut aber auch selbst Sportflugzeuge der ultraleichten Bauart.

Gegenwärtig nimmt die „Auflastung“ von Ultraleichtflugzeugen einen Großteil der Kapazitäten ein. „Nach zähem Ringen dürfen diese Flugzeuge beim Start künftig bis zu 600 Kilogramm wiegen statt wie bisher knapp 480“, erläutert Gerd-Peter Kuhn. Damit wird ein Zustand legalisiert, der ohnehin schon gang und gäbe war und mehr oder weniger geduldet wurde. „Damit einhergehen sollen verstärkte Kontrollen“, so der Geschäftsführer. Flugzeugbesitzer sind also gut beraten, die entsprechenden Umbauten vorzunehmen, um rechtlich sicher mit zwölf Zentnern Gewicht in die Luft zu gehen.

Ebenso wie die anderen am Flugplatz ansässigen Firmen, wird sich die Flugsportzentrum Bautzen GmbH am 2. und 3. Juni den Besuchern des Festes vorstellen. Daneben spielen die Historie der – seit 27 Jahren zivil genutzten – Anlage sowie Vorführungen von Fluggeräten aller Art und eine Blaulichtmeile wesentliche Rollen im Festprogramm. Das Kulturprogramm gestalten unter anderem das Stadtorchester, der Spielmannszug Oberlichtenau und die Tanzformation Kamenz can dance.