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| 10:35 Uhr

Ausbildung im Schloss
Fischereischule Königswartha soll saniert werden

 Das Königswarthaer Schloss als Hauptgebäude der Landesfischereischule weist erheblichen Sanierungsbedarf auf.
Das Königswarthaer Schloss als Hauptgebäude der Landesfischereischule weist erheblichen Sanierungsbedarf auf. FOTO: Uwe Menschner
Königswartha. Der Gebäudekomplex des früheren Rittergutes ist in die Jahre gekommen. Die geplante Baumaßnahme hat auch einen politischen Grund. Von Uwe Menschner

Die sächsische Landesfischereischule in Königswartha soll, beginnend im Frühjahr 2021, umfassend saniert werden. Die im Gebäudekomplex des Königswarthaer Rittergutes untergebrachte Einrichtung weist laut Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement (SIB) einen erheblichen Sanierungsrückstau sowie zahlreiche Defizite hinsichtlich der Nutzungsanforderungen auf. Die RUNDSCHAU stellt das Projekt vor.

Welche Bedeutung hat die Schule ? Die Fischereischule ist eine von nur drei Berufsschulen in ganz Deutschland und die einzige in den neuen Bundesländern, die Fischwirte ausbildet. Außerdem bietet sie als eine von nur zwei Schulen die Weiterbildung zum Fischwirtschaftsmeister an. In ihr lernen pro Jahrgang circa 15 bis 20 Auszubildende aus mehreren Bundesländern. „Die Branche bildet unter Bedarf aus“, resümiert der sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU). Die sächsische Staatsregierung sieht die Sanierung der Schule, die rein formell eine Außenstelle des Berufsschulzentrums Bautzen bildet, als Beitrag zur Stärkung der durch Trockenheit und Nachwuchsmangel gebeutelten Fischereiwirtschaft an: „Damit soll die Attraktivität der Fischwirtausbildung erhöht werden“, so Thomas Schmidt. Neben der Schule ist im Schlosskomplex auch das Referat Fischerei des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie untergebracht, welches ebenfalls von der geplanten Sanierung profitiert.

Wie ist die Ausgangslage? Der Gebäudekomplex „Rittergut und Gutspark Königswartha“ befindet sich im Eigentum des Freistaates Sachsen. Er umfasst neben dem eigentlichen Schloss, einem Barockbau aus dem späten 18. Jahrhundert, ein zu DDR-Zeiten errichtetes Wohnheim, die Orangerie sowie die Futterscheune (beide von 1870). Hinzu kommt noch das Waschhaus, das im Zuge der Arbeiten abgerissen werden soll. „Trotz bereits erfolgter Sanierungs- und Umbaumaßnahmen in den 1990er-Jahren weisen die Gebäude einen erheblichen Sanierungsrückstau sowie Defizite hinsichtlich der Anforderungen an Wärmeschutz, Feuchteschutz, Energieversorgung, Brandschutz und barrierefreie Erschließung auf“, schätzt das SIB ein. Eingebettet ist der Komplex in eine Parkanlage, die als kulturhistorisch bedeutsam gilt und in einem späteren Abschnitt ebenfalls saniert werden soll.

Was ist im Einzelnen geplant? Als erstes wird (geplant ab April 2021) ein Interimsbauwerk aus Containern errichtet, das über den gesamten Projektzeitraum die Nutzungen der jeweils im Bau befindlichen Gebäudeteile aufnehmen soll. Im September 2021 beginnt der Umbau des um 1970 errichteten Wohnheims, das auch für den Unterricht genutzt wird. Es soll umfassend energetisch saniert werden und eine neue Dachkonstruktion mit Gaupen erhalten. Das Schlossgebäude selbst ist ab dem Jahreswechsel 2022/23 „dran“. Hier gilt insbesondere das von Hausbockkäfern und Braunfäule befallene Dach als sanierungsbedürftig, auch das Mauerwerk weist Schäden auf. Noch nicht entschieden wurde, ob der Festsaal auf Grundlage einer vorliegenden Fotografie vom Beginn des 20. Jahrhunderts denkmalgerecht rekonstruiert oder nur „einfach“ saniert wird. Den letzten Abschnitt bilden ab Mitte 2024 die Orangerie und Futterscheune, welche eine bauliche Einheit darstellen. Sie beherbergen vor allem Labore, Ausbildungsräume sowie die Bootsgarage. Insbesondere die Futterscheune muss grundlegend neu aufgebaut werden.

Was passiert mit dem Park? Der vor allem für seine barocken Skulpturen als regional bedeutsam geltende Schlosspark soll ebenfalls saniert werden. In diesem Zuge plant der SIB unter anderem eine Sanierung des Wegenetzes, die Wiederherstellung von Sichtachsen durch gezielte Fällungen, die Pflege des historischen Baumbestandes sowie den Bau von Einhausungen zum Schutz der wertvollen Sandsteinplastiken in den Wintermonaten.

Wie ist der gegenwärtige Stand? Derzeit befindet sich das Vorhaben in der Ausschreibungsphase der Planungsleistungen. Die Planungsunterlagen sollen bis Anfang 2021 erstellt sein, bevor die vorbereitenden Arbeiten beginnen. Der Gesamtkostenrahmen beläuft sich laut Ausschreibung auf circa elf Millionen Euro.

 Das Königswarthaer Schloss als Hauptgebäude der Landesfischereischule weist erheblichen Sanierungsbedarf auf.
Das Königswarthaer Schloss als Hauptgebäude der Landesfischereischule weist erheblichen Sanierungsbedarf auf. FOTO: Uwe Menschner