Das Krokozimmer im Schloss Hoyerswerda wird von Jens Just dekoriert. Nicht wegen des anstehenden Weihnachtsfestes, sondern aufgrund der beiden aufmüpfig werdenden Krokodil-Jungtiere Fidelio und Antonio.

"Die Beiden drangsalieren ihre kleineren Geschwister, sind immer als erstes am Futter und zeigen deutlich, wer die Chefs im Terrarium sind", beschreibt die zoologische Leiterin Kathrin Witzenberger das zuletzt durch Reibereien geprägte Zusammenleben der sechs Krokodil-Geschwister. Aufgrund dieses natürlichen Rangordnungsverhaltens entschied sich der Zoo, den Echsen-Nachwuchs, der im August dieses Jahres geschlüpft ist, zu trennen. Dafür sei zusammen mit externen Firmen eine bereits vorhandene Vitrine komplett überarbeitet worden, so Kathrin Witzenberger. "Die Vitrine kostet etwa 1500 Euro und wird allein mit Spenden des Vereins der Zoofreunde finanziert", erklärt Zoo-Mitarbeiter Felix Pál.

In den nächsten Tagen werden von den Zoo-Technikern abschließende Arbeiten an dem Terrarium vorgenommen, damit Fidelio und Antonio Ende der nächsten Woche einziehen können, so die zoologische Leiterin.

Wenn es so weit ist, werden die beiden Jungtiere in einer Thermobox in ihr eigenes Terrarium transportiert. Dieses Unterfangen ist jedoch nicht ganz ungefährlich. Denn trotz ihrer bisher geringen Körpergröße von etwa 50 Zentimetern sei ein Biss schon jetzt sehr schmerzhaft, sagt Katrin Witzenberger. Ausgewachsen erreichen Kuba-Krokodile eine Körperlänge von etwa dreieinhalb Metern.

Anpassungsprobleme sollten die Krokodile an ihre neue Umgebung nicht haben. Denn das Terrarium werde so hergerichtet, dass es möglichst dem natürlichen Lebensraum der Tiere in Kuba entspricht, sagt Kathrin Witzenberger. Das neue Zuhause von Fidelio und Antonio wird dabei in einen Land- sowie einen Wasserteil unterteilt. Unter dem sandigen Uferbereich wird zusätzlich eine Wärmematte installiert. Von oben wärmt die Tiere sowohl eine Wärme- als auch eine UV-Lampe. Neben dem Wasserbecken in der Vitrine sorgt auch eine Beregnungsanlage für eine höhere Luftfeuchte, sagt Kathrin Witzenberger. Wie lange die Echsen in dem Terrarium leben können, hänge vor allem vom Wachstum der Tiere ab.