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| 12:18 Uhr

Feuerwehr
Feuerwehrleute sind immer angespannt

Bernsdorfs Feuerwehr-Chef Uwe Weberbauer mit Wasservorräten für die Kameraden in den Löschfahrzeugen.
Bernsdorfs Feuerwehr-Chef Uwe Weberbauer mit Wasservorräten für die Kameraden in den Löschfahrzeugen. FOTO: Rainer Könen
Bernsdorf . Die Waldbrandgefahr ist sehr hoch. Entspannung ist derzeit nicht in Sicht. Die Wehren im Hoyerswerdaer Altkreis sind gerüstet, auch die in Bernsdorf. Ihr Chef kann sich noch gut an die Waldbrandkatastrophe 1992 bei Weißwasser erinnern. Von Rainer Könen

Weißwasser, 1992. Der Bernsdorfer Uwe Weberbauer kann sich noch gut an diesen Sommer erinnern. An die Waldbrandkatastrophe südlich der Stadt, als im Mai und Juni über drei Wochen rund 1600 Hektar Wald brannten. Er zeigt auf seine Unterschenkel. Narben von Brandwunden sind zu sehen.

Weberbauer gehörte damals zu den mehr als 2000 Feuerwehrleuten, die an diesem Einsatz beteiligt waren. „So etwas vergisst man nicht mehr“, erzählt der Leiter der Bernsdorfer Feuerwehr. Seitdem habe sich aber in der Lausitz sehr viel in Sachen vorbeugendem Brandschutz getan, damit „so eine Katastrophe nicht mehr eintritt“.

Die hohen Temperaturen und die lang anhaltende Trockenheit im Mai, all das sei recht ungewöhnlich gewesen, sagt Weberbauer. „So was gehört doch in die Rubrik Wetterkapriolen“, so der 62-Jährige. In den vergangenen Tagen musste seine Wehr zu kleineren Waldbränden ausrücken, in Lauta und Bröthen.

Machen solche Wetterverhältnisse jemanden wie ihn nervös? Rechnet man da ständig mit einem Waldbrand? Schließlich gibt es im Altkreis viele Waldgebiete. Man sei grundsätzlich immer angespannt, erzählt der Bernsdorfer Feuerwehr-Chef, denn „wir können ja jeden Augenblick alarmiert werden“. Das könne ein Waldbrand oder ein Verkehrsunfall sein.

Für die diesjährige Waldbrandsaison sei man aber auch in Bernsdorf wieder gerüstet, erklärt Weberbauer, der seit 40 Jahren Mitglied der örtlichen Wehr ist. Die 39 aktiven Wehrmitglieder hätten einen guten Ausbildungsstand, die technische Ausrüstung des Fahrzeugparks sei hervorragend.

Jemand wie Weberbauer weiß, dass manchmal Leichtsinn zu Waldbränden führen kann. Bei den trockenen Gräsern, Bäumen und Sträuchern reicht bereits ein Funke, eine achtlos weggeworfene Zigarette, um einen Brand zu entfachen. Hinzu kommt, dass das Bernsdorfer Umland die höchste Waldbrandgefahrenklasse hat.

Weberbauer ist stolz darauf, dass unter den fünf Einsatzfahrzeugen seiner Wehr zwei Tanklöschfahrzeuge sind, mit einem Fassungsvermögen von 4500 und 1200 Litern. Bei Einsätzen in Waldgebieten, fern von Löschwasserentnahmestellen, seien die sehr hilfreich.
Wehrleiter Uwe Weberbauer hofft darauf, dass es ein ganz normaler, ein schöner Sommer werden wird, einer, an dem sich „die Touristen erfreuen“. Und einer ohne Waldbrände. Seine Spannung dürfte sich gelegt haben, wenn die Waldbrandsaison zu Ende ist. Dann, so Weberbauer, wenn „hier der erste Schnee liegt“.