ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:01 Uhr

Jubiläum
Pferde mussten die Spritze ziehen

 Marko Fröhling, der Wehrleiter der Feuerwehr Zerre, hält zwei wichtige historische Dokumente in den Händen:  die Gründungsurkunde und die erste Dienstordnung der Freiwilligen Feuerwehr Zerre aus dem Jahr 1929.
Marko Fröhling, der Wehrleiter der Feuerwehr Zerre, hält zwei wichtige historische Dokumente in den Händen: die Gründungsurkunde und die erste Dienstordnung der Freiwilligen Feuerwehr Zerre aus dem Jahr 1929. FOTO: Anja Guhlan
Zerre. Die Feuerwehr Zerre feiert Anfang Mai ihr 90-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Von Anja Guhlan

„Genau am 19. Mai 1929 haben einige Einwohner aus Zerre getagt und schließlich eine Wehr gegründet“, erzählt der heutige Wehrleiter von Zerre, Marko Fröhling. Grundlage war die schon im 19. Jahrhundert in Preußen eingeführte Pflichtfeuerwehr, bei der jeder männliche Einwohner ab dem 18. Lebensjahr verpflichtet war, bei Feuer zu erscheinen. Mit Beginn der Pflichtfeuerwehr gab es einen Nachtwächter, der mit einem Signalhorn bei einem Feuerausbruch alarmieren konnte. Anschließend erschienen die Männer an einem zentralen Ort und begaben sich zum Einsatz.

Erst mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Zerre im Jahr 1929 wurde eine Sirene angeschafft. Elf Kameraden zähten zu den Mitbegründern der Wehr. Der Kamerad Johann Wierick wurde als erster Wehrleiter ernannt. „Inzwischen gab es bei unserer Wehr mehr als elf Wehrleiter“, erklärt Marko Fröhling. Er verweist auf die anfänglich eher spärliche Ausstattung der Wehr: Mit lediglich einer Handdruckspritze löschten Kameraden vor 90 Jahren die Feuer. Bei Ausbruch eines Brandes wurden alle Bauern verpflichtet, ihre Pferde zur Verfügung zu stellen, um die Handdruckspritze zum Brandherd zu bringen. „Erst ab dem Jahr 1935 wurde moderne Technik zugeführt. Es handelte sich damals um eine Motorspritze mit Anhänge-Kuppelung“, verrät Fröhling.

Auch der Standort der Wehr habe sich drei Mal verändert. Während das erste Spritzenhaus noch mitten an der Dorfaue in Höhe der heutigen Anschlagtafel stand, bekam die Feuerwehr ab dem Jahr 1956 das Domizil in der sogenannten alten Mühle. Heute befindet sich das Feuerwehrgerätehaus, das 1997 als Neubau errichtet wurde, nahezu am Dorfeingang aus Richtung Spremberg.

Inzwischen habe sich vieles weiterentwickelt. Die Technik ist viel moderner und digitaler geworden, die Schutzausstattung ist um einiges professioneller, und die Ausbildung ist umfangreicher und auch teilweise komplizierter strukturiert, kommentiert Fröhling.

Seit einigen Jahren halten sich die Mitgliederzahlen stabil bei um die 20 aktiven Kameraden. Besonders stolz ist man in Zerre auf die 15 Kinder und Jugendlichen, die der Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Torsten Trapp angehören. Wie die Gemeindechronik offenbart, gab es bereits ab dem Jahr 1959 eine Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“. In dieser Gemeinschaft befanden sich Schüler der Orte Zerre und Spreewitz, die in einem 14-tägigen Rhythmus eine Ausbildung zum Feuerwehrmann erhielten. Nach der politischen Wende wurde die Arbeitsgemeinschaft jedoch aufgelöst. Heutzutage ist die Wehr wieder froh, potenziellen Nachwuchs heranziehen zu können. Lernen kann der Nachwuchs auch von den zwölf Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung.

Zum Festtag am Sonnabend, 4. Mai, wird die Jugendfeuerwehr ab 14.30 Uhr nach der offiziellen Festveranstaltung mit rund 80 geladenen Gästen aus den umliegenden Wehren und Sponsoren einige Feuerwehrübungen präsentieren. „ Auch Einblicke in unser Feuerwehrdomizil und Blicke in die Gründungsurkunde, die erste Dienstordnung und weitere historische Dokumente können genommen werden. Ebenso können moderne Löschfahrzeuge, aber auch historische Fahrzeuge zum Festtag betrachtet werden“, kündigt Marko Fröhling an. Für ein musikalisches Rahmenprogramm sowie die Versorgung mit Gegrilltem und Getränken ist gesorgt.