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| 21:15 Uhr

Ungewöhnlicher Feuerwehreinsatz in Bernsdorf
Feuerwehr rettet Schlange aus Getränkemarkt

 Ein Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Bernsdorf packt die Ringelnatter hinterm Kopf und bringt sie zurück in die Natur.
Ein Kamerad der Freiwilligen Feuerwehr Bernsdorf packt die Ringelnatter hinterm Kopf und bringt sie zurück in die Natur. FOTO: LR Medienhaus / Rita Seyfert
Bernsdorf. Was für eine Aufregung: Zum Glück war es nur eine heimische Ringelnatter und keine giftige Kobra! Von Rita Seyfert

Wie die Schlange in den Bernsdorfer Getränkemarkt in der Feldstraße kam, das können sich die Pächter nicht erklären. „Vermutlich wurde das Reptil in einer der Paletten angeliefert“, spekulieren sie. Zum Glück entdeckte eine Verkäuferin das Tier, als es aus dem Leergut kroch und sich gerade in einem Kasten verschanzte.

„Da wir keinen Schlangenbeschwörer kennen, rief ich die 112“, berichtet die Getränkemarkt-Chefin. Die Leitstelle Hoyerswerda nahm den Notruf entgegen. Die Freiwillige Feuerwehr Bernsdorf machte sich in einem Hilfeleistungslöschfahrzeug auf den Weg. Einsatzleiter Uwe Weberbauer (63): „Wir kamen gerade von der Beisetzung eines Kameraden, deswegen hatten wir noch unsere Ausgehuniformen an“, sagt er.

Eine spezielle Schutzausrüstung sei aber auch gar nicht nötig gewesen. Gemeinsam rückten die Kameraden die Getränkekisten zur Seite. Ansonsten mussten die Feuerwehrmänner improvisieren. „Zur Ergreifung der Schlange hatten wir keine speziellen Werkzeuge mit“, so Einsatzleiter Weberbauer.

Mit einem Besen wurde das etwa ein Meter lange Tier sanft auf dem Boden fixiert. Anhand der beiden gelben Flecken links und rechts am Kopf ließ sich die Schlange schnell als Ringelnatter identifizieren. Einsatzleiter Weberbauer: „Ein Biss zwickt zwar, ist aber ungiftig.“

Für die Feuerwehrmänner, die sonst Katzen aus Schächten, Hunde aus Gullis oder Bienenschwärme aus Bushaltestellen retten, war der Rest Routine. Als einer der Kameraden mit seinen Schutzhandschuhen an Kopf und Rumpf zupackte, zischte das Reptil zwar etwas. Ansonsten ließ es sich aber willig in den angrenzenden August-Bebel-Park tragen und in die Natur aussetzen.

Also alles nochmal gut gegangen! Doch was wäre gewesen, wenn es sich um eine giftige Schlange – beispielsweise eine Kobra – gehandelt hätte? Einsatzleiter Weberbauer: „Dann hätten wir die Tür von Außen zugeschlossen und über die Leitstelle Spezialisten gerufen.“

Eins ist sicher, die Kollegen der Integrierten Rettungsleitstelle lassen sich was einfallen, wenn Tiere in Not sind. Leiter Stefan Schumann: „Zunächst müssen wir die Repti­lienart mittels Bildübertragung feststellen.“ Dazu kooperieren die Kollegen mit den Schlangenexperten der Berufsfeuerwehren München und Dortmund oder nehmen Kontakt mit dem Zoo in Hoyerswerda oder in Dresden auf. „Alles weitere wird individuell entschieden.“