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| 17:27 Uhr

Bauchtanz
Fest der Sinne

Ohne Schleiertanz geht es bei so einer Show nicht: Hier zeigt die Hoyerswerdaer Gruppe den Doppelschleier „Jasmine“.
Ohne Schleiertanz geht es bei so einer Show nicht: Hier zeigt die Hoyerswerdaer Gruppe den Doppelschleier „Jasmine“. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Premiere in der Kufa: Mit „Varieté oriental“ treten drei Bauchtanzgruppen aus der Lausitz erstmals gemeinsam auf. Von Rainer Könen

Auch Bauchtänzerinnen legen sich gelegentlich einen Künstlernamen zu. Denn schließlich ist das, was sie  vorführen, auch Kunst. El Theres, die im normalen Leben Therese Kern heißt, war am Sonnabend etwas nervös. Weil in der Kufa erstmals drei Bauchtanzgruppen aus der Lausitz gemeinsam auftraten.

Auf diese Idee war die 62-jährige Sprembergerin Therese Kern gekommen. „Ich dachte, das wäre doch schön, anderen Menschen zu zeigen, was Bauchtanzgruppen hier in der Region zu bieten haben.“ Im Saal war es recht voll, als die orientalische Tanzshow mit Nujum al Layl (Hoyerswerda), Oynajalim (Senftenberg) und den Spremberger „Rosen der Nacht“ begann. Eine anderthalbstündige Show, die von der Kindertanzgruppe der Boxberger Grundschule eröffnet wurde.

Was offensichtlich war an diesem Abend: Der Bauchtanz, dieses besondere Kulturgut des Nahen Ostens, ist ebenso Veränderungen und Einflüssen ausgesetzt wie die Musik, ohne die der orientalische Tanz einfach nicht denkbar ist. Da gab es so manche Überraschungen. So zeigten die Spremberger Rosen mit einem „Tribal Balkan Fusion“, dass man den orientalischen Tanz mit südosteuropäischen Elementen verbinden kann. Feurig wird es, wenn ein Hauch von Andalusien mit in den orientalischen Tanz einfließt.

Die Zuschauer waren regelrecht gebannt von den ostinaten Klängen und den farbenprächtigen Kostümen. Rhythmus und Bewegung vereinigten sich in Harmonie und Ästhetik. Natürlich darf bei so einer Show der Schleier, der so etwas wie das Markenzeichen des orientalischen Bauchtanzes ist, nicht fehlen. Gezeigt wurde und darauf war die Initiatorin dieser Show, Therese Kern, stolz, „ein besonderer Mix von Tradition bis zur Moderne“. Der Facettenreichtum der Tänze, er überraschte so manchen Zuschauer. So führte die Hoyerswerdaer Gruppe einen sehenswerten Doppelschleiertanz vor.

Den Spaß, den die Tänzerinnen bei ihren Darbietungen hatten, war allen anzusehen. Man sah, wie intensiv sich die Frauen mit dem Orient auseinandergesetzt haben. Das brachte ein großartiges Ergebnis, umso mehr als alle Tänzerinnen aus der Region kommen. Hinreißend der Solotanz einer Senftenbergerin. Mit dem Isis „Euphoria“ riss sie das Publikum mit. Es waren dann wieder Oynajalim aus Senftenberg, die die Zuschauer mit dem Auftritt „Bollywood Maahi vee“ nach Bombay entführten.

Schön anzusehen, diese Mischung von Orient und indischem Einfluss.Ein wenig Werbung für den orientalischen Bauchtanz wolle man natürlich mit so einer Show auch betreiben, so Therese Kern. Die darauf hinwies, dass alle Mitwirkenden Laien seien. „Wäre schön, wenn sich mehr junge Frauen für unser Hobby interessierten“, so die Sprembergerin. Die bekannte, dass es meist die „Frauen im besten Alter“ seien, die sich zum Bauchtanz hingezogen fühlten.

Übrigens, wer es bis dato noch nicht wusste: Es gibt sogar männliche Bauchtänzer. Das erzählte  Therese Kern. Die am Rande der Veranstaltung  auch darauf hinwies, dass jeder, ob Tänzer oder Tänzerin, ob alt oder jung, schlank oder füllig, blond oder braun, beim orientalischen Tanz mitmachen könne. Und man dabei auf seine Kosten kommt. Schließlich vereint der Bauchtanz künstlerische Elemente mit Lebensfreude. Etwas, wovon man sich in der Kufa am Sonnabend überzeugen konnte.

Wer Interesse am Bauchtanz hat, kann sich an Therese Kern unter 03563 605778 wenden.