Der Kürbis von Felix Janoschek ist eine Wumme. Er bringt 27,3 Kilogramm auf die Waage. Dieses historische Gerät bedient indes Gerhard Schmaler. Es dauert, ehe sich das korrekte Gewicht eingependelt hat. Kaum steht das Ergebnis fest, stößt Felix einen Jubelschrei aus. Der Kürbis sei auf einer Streuobstwiese herangewachsen. Ohne Dünger, dafür mit viel Wasser. Dafür hat der neunjährige Steppke gesorgt. "Nun wird ein Gesicht hineingeschnitten. Es ist ja bald Halloween", erklärt er.

Das noch augen-, mund- und nasenlose Exemplar darf zunächst auf einem Handwagen vor der Tätzschwitzer Heimatstube besichtigt werden. Natürlich standesgemäß mit Krone. Den 2. Platz beim Kürbiswiegen belegt das Exemplar von Hans Petschick mit 25,8 Kilogramm. "Der Kürbis wuchs an unserem Komposthaufen", erzählt Petschick. Er soll zeitnah in Kürbissuppe und -kompott verwandelt werden. Ein Geheimtipp sei übrigens, die Frucht in Schreiben zu schneiden und wie ein Schnitzel zu braten, rät Hobbygärtnerin Heidi Eckstein. Platz drei mit 25,6 Kilogramm geht an Paul Noack. "Wir mussten viel gießen. Dennoch sind die Blätter beizeiten vertrocknet", erinnert sich der Tätzschwitzer.

Insgesamt zwölf Kürbisse kommen an diesem Sonntag auf die Waage von Gerhard Schmaler. Die leichtesten schaffen es gerade über die Zehn-Kilo-Marke. Fast alle Früchte haben eine gemeinsame Quelle. Nämlich die Anzuchtkünste von Gerlinde Meier. Die Tätzschwitzerin habe die Sämlinge im Frühjahr an interessierte Einwohner verteilt. Da sei die Idee entstanden, im Herbst erstmals einen Kürbiskönig zu küren. "Wir haben seit jeher Kürbisse. Es gab kaum ein Jahr, wo bei uns keine wuchsen", sagt Meier.

Begleitet wird das Kürbisspektakel von der Hoyerswerdaer Reichsfürstin von Teschen. Die Adlige, gespielt von Cornelia Schnippa, kommt im roten Kleid mit der Kutsche vorgefahren.

Indes steht an der Tätzschwitzer Heimatstube bereits der nächste Höhepunkt bevor. Denn am 2. Oktober drehe sich ab 14.30Uhr alles um den Buchweizen, kündigt Vereinsvorsitzende Martina Petschick an. Zudem gebe es einen Probebetrieb des neuen Backofens. "Wir wollen dort dicke Grütze hineinschieben", so Petschick. Zudem können sich die Besucher am 2. Oktober in der benachbarten Kirche über eine Ausstellung von Malern der Hoyerswerader Volkshochschule freuen. Natürlich stehe auch die Heimatstube offen.