Gemäß § 10 der Bienenseuchenverordnung hat das Veterinäramt des Landkreises nun das Stadtgebiet von Kamenz und drei Kilometer im Umkreis vom Bernsdorfer Zentrum zu Sperrgebieten erklärt.

Untersuchungen aller Bienen
Der Ausbruch der Tierseuche bringt jede Menge Arbeit mit sich. „Für die Sperrgebiete gilt: Alle Bienenvölker sind auf Amerikanische Faulbrut zu untersuchen“ , teilte Ulrich Hickmann, Leiter des Veterinäramtes am Donnerstag mit. Bewegliche Bienenstände müssen an ihrem Standort bleiben. Gleichzeitig dürfen keine neuen oder anderen Bienen in die Sperrbezirke gebracht werden. Die Regelung gelte mindestens bis zum Frühjahr 2006. Außerdem müssen Imker beachten: Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Wer Bienen im Sperrgebiet hält und bisher noch nicht vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises Kamenz angeschrieben wurde, sollte sich umgehend in der Behörde melden.

Keine Gefahr für die Menschen
Hickmann betont: Von der Amerikanischen Faulbrut gehe keine Gefahr für die menschliche Gesundheit aus. Der Bienenhonig könne weiterhin als Nahrungsmittel verwendet, darf aber nicht an Bienen verfüttert werden.

Zum Thema Die Faulbrut
 Die Amerikanische Faulbrut ist eine gefährliche Erkrankung des Bienenvolkes. Ihr Erreger ist ein sporenbildendes Bakterium namens Paenibacillus larvae larvae, der ausschließlich die Bienenbrut befällt. Die Bakterien vermehren sich in der Larve, töten diese dabei ab und gehen dann in die umweltbeständige Dauerform, die als Spore bezeichnet wird, über. Aus der weißen Bienenlarve entsteht dabei eine braune, fadenziehende Masse, die Millionen von Sporen enthält. Im eingetrockneten Zustand, als sogenannter Faulbrutschorf, ist sie nur schwer aus der Zelle zu entfernen. Erwachsene Bienen können nicht an Faulbrut erkranken, verbreiten aber die Sporen und führen so die Infektionskette fort. Quelle: Länderinstitut für Bienenkunde