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Faszination Bernstein in Energiefabrik Knappenrode

Jessica gibt Salz in das Wasser – und die Bernsteine schwimmen oben.
Jessica gibt Salz in das Wasser – und die Bernsteine schwimmen oben. FOTO: H. Hirschfeld/hir1
Knappenrode. Zum Ausklang der Sommerferien hat es am Sonntagvormittag Bernsteinfans wie Jessica und Julian aus Zittau in die Energiefabrik Knappenrode gezogen. Sie erlebten einen hochinteressanten Vortrag und praktische Tests mit Gesteinsexperte Wilfried Sauer von der "Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie". hir1

Wilfried Sauer hat das Knappenroder Museum federführend mit aufgebaut.

Vor allem einige verblüffende Versuche ließen das Thema Bernstein zu einem Erlebnis werden. Bernstein ist fossiles Harz. Er kommt in der Natur überall dort vor, wo - vereinfacht gesagt - Wasser und Schlamm sind. "Im kalten Wasser können die Bernsteine, aufgrund ihrer Dichte am oberen Wasserrand schwimmen. Ganz extrem ist das, wenn Salz im Wasser dazu kommt", so Wilfried Sauer. Das durfte Jessica gleich ausprobieren. Wenn einem Glas kalten Wassers Salz zugeführt wird, schwimmen die Bernsteine oben. Die meisten sind übrigens heutzutage in der Gegend um Danzig zu finden. "Die sicherste Methode Bernstein zu entdecken, ist es, in den Monaten, wenn das Wasser kalt genug ist, in der Regel im März, an der polnischen Ostsee Bernstein zu sammeln", sagt Wilfried Sauer.

Er selbst hat aber unweit der jetzigen Energiefabrik Knappenrode einen 1000 Gramm schweren Bernstein gefunden. Noch vor Jahren hat man im Tagebau Nochten den meisten Bernstein hier in der Region geborgen. Auch in Kiesgruben werden Bernsteinsammler fündig. In der ehemaligen Kaue der Energiefabrik hat die "Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie" eine Bernsteinausstellung aufgebaut. Diese ist noch bis zum Oktober zu sehen.

Wilfried Sauer führte die Interessenten am Sonntagvormittag durch die Ausstellung. So erfahren die Besucher unter anderem, dass Bernstein bis zu 300 Millionen Jahre alt ist. In Deutschland wurden 1990 noch etwa 12 000 Kilogramm Bernstein gewonnen. Zurzeit lohnt der industrielle Abbau nicht.

Eine weiterführende Veranstaltung wie auch eine Erlebnisführung mit Experimenten zum Thema Bernstein findet am 1. Oktober, 10 Uhr, in der Energiefabrik Knappenrode statt.