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| 15:15 Uhr

175 Schüler beim Weltwassertag in Hoyerswerda
9700 Liter Wasser für ein Kilogramm Schweinefleisch

 Weltwassertag auf der Kinder- und Jugendfarm in Hoyerswerda: Jasmin und Aliyah lassen sich von Klaus Wiegmann ein Segelboot seines Vereins zeigen.
Weltwassertag auf der Kinder- und Jugendfarm in Hoyerswerda: Jasmin und Aliyah lassen sich von Klaus Wiegmann ein Segelboot seines Vereins zeigen. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Experten informieren am Weltwassertag in Hoyerswerda. 175 Schüler aus der Region sind erstaunt. Von Katrin Demczenko

Wasser wird überall gebraucht. Menschen kochen Kaffee, gießen Pflanzen, ziehen Schlachttiere auf und erholen sich im Urlaub an Seen. Das ist Alltag, und der von den Vereinten Nationen auch 2019 wieder ausgerufene Weltwassertag dient zum Nachdenken, wie sinnvoll all diese Nutzungsmöglichkeiten für Süßwasser sind.

Die Veranstaltung fand wie immer auf der vom Christlich-Sozialen Bildungswerk Sachsen (CSB) betriebenen Kinder- und Jugendfarm Hoyerswerda statt. Etwa 175 Schüler der Klassenstufen 5 bis 8 aus Hoyerswerdaer Gymnasien sowie Oberschulen der Stadt und der Region besuchten sieben Stände, und an einem erschmeckten sie den Unterschied von Leitungs-, Mineral-, Heil- und Quellwasser.

Der Farmmitarbeiter Bernd Latta erklärte Pepe und seine Freunden aus der fünften Klasse der Oberschule Wittichenau, dass 9700 Liter Wasser gebraucht werden, um ein einziges Kilogramm Schweinefleisch zu erzeugen. Obwohl darin der Verbrauch für den Futteranbau und die Reinigung des entstandenen Abwassers enthalten sind, ist das sehr viel, sagte der Schüler. Der Achtklässler Steven vom Lessinggymnasium hatte am Stand des Museums Westlausitz aus Kamenz Neues erfahren, als Bodo Plesky über die Entwässerung des ehemaligen Sumpflandes, der Lausitz, erzählte und von der im Jahr 1248 beginnenden Karpfenzucht.

Die Entwicklung von der Braunkohle- zur Tourismusregion brachte der erste Vorsitzende des Wassersportvereins Lausitzer Seenland, Klaus Wiegmann, den Schülern nahe. Er erzählte von 17 aus ehemaligen Tagebauen geschaffenen Seen, der größten künstlichen Wasserfläche Europas. Zehn Seen sind durch Kanäle miteinander verbunden, und wer Segeln lernen will, kann in „seinen“ Verein kommen.

Dabei ist es egal, ob der Interessent behindert ist oder nicht, denn am 30. März wird am Geierswalder See das Inklusive Segelzentrum eröffnet. Das ist das im Jahr 2018 vom Freistaat Sachsen am höchsten geförderte Projekt im Breitensport, sagte Klaus Wiegmann. Er wünscht sich, dass Schüler die Region nach der Schule nicht verlassen, weil sie hier Ausbildungsmöglichkeiten und eine hohe Lebensqualität finden, die sie zum Bleiben verlockt.

Der neue Geschäftsführer der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda (VBH), Wolf-Thomas Hendrich, schenkte Trinkwasser in Recyclingbechern aus, das seine Firma im Wasserwerk Zeißig für die Stadt herstellt. Ein „Superwasser“, sagte er, das wesentlich preiswerter ist als Mineralwasser aus Plastikflaschen. Außerdem verbrauchen diese bei ihrer Herstellung und der Reinigung vor der Wiederbefüllung auch Wasser. Wolf-Thomas Hendrich unterzeichnete mit der CSB-Vorstandsvorsitzenden Maria Michalk (MDB a.D.) wieder einen Sponsoringvertrag für die Kinder- und Jugendfarm für ein Jahr in Höhe von 3000 Euro.

Am Nachmittag des Tages haben Besucher erstmals die Wasseraufbereitung des Lausitzbades im Rahmen des Weltwassertages besichtigt, sagte die Farmleiterin Liane Semjank.