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| 16:29 Uhr

Rückkehrer-Porträt
„Es sollten noch viel mehr Leute zurückkehren“

Nick Jantschke ist in seine Heimatstadt Hoyerswerda zurückgekehrt. Über seine Motivation hat er auch vor der Kamera berichtet. Der neue Imagefilm, den der Jugendstadtrat derzeit dreht, soll im August fertig sein.
Nick Jantschke ist in seine Heimatstadt Hoyerswerda zurückgekehrt. Über seine Motivation hat er auch vor der Kamera berichtet. Der neue Imagefilm, den der Jugendstadtrat derzeit dreht, soll im August fertig sein. FOTO: LR / Catrin Würz
Hoyerswerda. Nick Jantschke hat sich nach ein paar Jahren in der Großstadt Dresden doch wieder für seine Heimatstadt Hoyerswerda entschieden. Von Catrin Würz

Nick Jantschke ist selbstbewusst und weiß in der Regel genau, was er will. Als erfolgreicher Unternehmer im Bereich neue Medien und Webdesign für das Internet hat er längst gelernt, wie man Partner für seine Ideen einnimmt und Menschen motiviert. Doch als dann die Kamera surrt, die frontal auf ihn gerichtet ist, kommt er mit seinen Worten doch ein bisschen ins Straucheln. Die wohl überlegten Sätze kommen nicht auf Anhieb so locker über die Lippen, wie er es sich wünscht. „Gar kein Problem. Das machen wir einfach nochmal“, sagt Kameramann Benjamin Kramer beruhigend. Nick Jantschke lächelt - und dann sind die Aufnahmen doch noch super im Kasten. „Das neu entstehende Lausitzer Seenland bietet ein enormes Potenzial - und ich möchte ein Teil dieses Projektes sein“, sagt der 31-Jährige mit fester Überzeugung in die Kamera.

Nick Jantschke, dessen Bruder Tony es als Fußballprofi von der Lausitz aus in die Ferne zog, lebt auch wirklich, was er da sagt. Weil er an die Zukunft der Region rund um Hoyerswerda glaubt, ist er vor gut einem Jahr in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Fünf Jahre lang hatte er in der in allen Bereichen boomenden Landeshauptstadt Dresden gelebt und dort auch seine Webdesign-Firma Stil-Etage GmbH aufgebaut. Nun ist er mit einem Standbein in die Lausitz zurückgekehrt. Ja, freilich habe er das vor allem auch seiner Freundin Lisa zuliebe getan, sagt er. Aber Nick Jantschke glaubt auch an eine Zukunft in der Zuse-Stadt. „Ich würde mir wünschen, dass noch viel mehr einstige Hoyerswerdsche das so sehen“, sagt er.

Als der Jugendstadtrat Hoyerswerda auf ihn zukam, um ihn als Interviewpartner für den geplanten neuen Hoyerswerda-Imagefilm zu gewinnen, hat der 31-Jährige ohne zu Zögern zugesagt. Daraus entwickelte sich auch eine anderweitig noch fruchtbringende Partnerschaft. Denn der Softwaretechnologe und Webentwickler hat die Schüler auch bei ihrem Graffiti-Projekt für die Unterführung am Bahnhaltepunkt Hoyerswerda-Neustadt tatkräftig und finanziell unterstützt. „Für so was bin ich immer zu haben“, sagt er.

In seiner eigenen Jugendzeit hat Nick Jantschke nämlich ebenfalls einiges ausprobiert, um die Region auch für junge Leute attraktiver zu machen. Bei dem seit 2002 mehrfach an verschiedenen Orten veranstalteten Populario Festival im Lausitzer Seenland gehörte er zum erweiterten Team der Macher. Auch wenn die Zeit für das Populario irgendwann einfach vorbei war: Die Idee von einem großen Festival, das junge Menschen von überall her wegen der Musik im Lausitzer Seenland zusammenbringt - das empfindet Nick Jantschke auch heute noch als etwas Großartiges. Die einzigartige Landschaft im Wandel mit ihren zahlreichen Seen biete dafür eine perfekte Kulisse.

Freilich muss eine neue alte Heimat auch eine gute Kulisse für wirtschaftlichen Erfolg liefern, damit die Menschen die Rückkehr wirklich als eine Option betrachten. Nick Jantschke sieht solche unternehmerischen Chancen in der Region. „Und es gibt viele gute Leute und junge Leute“, sagt er. Jantschke hat sich beim Konzept für das 750-Jahre-Jubiläum der Stadt eingebracht und hat für städtische Gesellschaften, zum Beispiel die ZooKultur, Internetseiten gestaltet. Er wünscht sich, dass sich die Menschen hier in der Lausitz noch schneller von etwas begeistern lassen. „Denn wir haben es hier doch echt schön und es ist vieles da, das glücklich macht.“