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| 02:41 Uhr

"Es kann auch Zeit gespendet werden"

So sieht die Startseite aus: Auf dem Portal können Angebote und Gesuche in verschiedenen Kategorien eingestellt werden.
So sieht die Startseite aus: Auf dem Portal können Angebote und Gesuche in verschiedenen Kategorien eingestellt werden. FOTO: ahu
Hoyerswerda. Von der Sachspende über den Fahrdienst bis zum Praktikumsplatz: Wer Hilfe sucht oder helfen möchte, der hat ab sofort eine neue Anlaufstelle – das Internet-Portal "HelpTo" ist für Hoyerswerda online gegangen. Unter dem Motto "Einfach. Anja Hummel

Direkt. Helfen" sollen auf der Plattform Flüchtlinge, Hilfeempfänger und engagierte Menschen zusammengebracht werden. In zehn verschiedenen Kategorien, darunter Sprache, Wohnen und Beratung, können Angebote und Gesuche eingestellt werden. So können sich Organisationen, Initiativen, Unternehmen, Vereine und engagierte Bürger unkompliziert auf lokaler Ebene darüber austauschen, was beispielsweise bei der Betreuung und Integration von Flüchtlingen benötigt wird.

"Es kann aber auch Zeit gespendet werden", betont Bürgerbündniskoordinatorin Birgit Radeck. Zum Beispiel beim Anbieten von gemeinsamen Ausflügen. Denn auf der Plattform geht es nicht nur ums Verschenken und Annehmen. "HelpTo" soll helfen, Kontakte zu knüpfen und viele Infos zu erhalten.

Anders als das von Birgit Radeck geleitete Bürgerbüro an der Dillinger Straße in Hoyerswerda ist das Hilfe-Portal im Internet rund um die Uhr erreichbar. Damit soll den Bürgern nicht zuletzt auch der Einstieg in das gesellschaftliche Engagement erleichtert werden, erklärt der Integrationsbeauftragte der Stadt Hoyerswerda Kai Petschick. Schließlich sei die Hürde, tatsächlich die Initiative zu ergreifen, am Rechner zu Hause geringer als anderswo. Kevin Stanulla, Asyl-Koordinator bei der Arbeiterwohlfahrt, sieht noch einen weiteren Vorteil in der Online-Vernetzung: "Damit erreichen wir auch Bürger aus der weiteren Umgebung." Eben jene, die nicht direkt neben Wohnheim oder Bürgerbüro in Hoyerswerda wohnen. Und dennoch soll das Online-Portal als ein zusätzliches Angebot zum bisherigen Austausch gesehen werden. "Vor Ort in den Awo-Heimen und im Bürgerbüro werden Spenden natürlich weiterhin angenommen", versichert Birgit Radeck. Die Koordinatorin hofft nun, nachdem die ersten Gesuche von Awo und Bürgerbündnis online gestellt wurden, auf rege Beteiligung der Bevölkerung. "Nur durch die Bürger kann die Plattform weiter belebt werden", so Radeck. Doch auch auf Vereine mit ihren Freizeitangeboten sowie Unternehmen mit Praktika und Jobs ist die Plattform angewiesen.

Während es das HelpTo-Portal in Brandenburg schon in allen kreisfreien Städten sowie Landkreisen gibt, wird die Plattform im gesamten Freistaat neben Hoyerswerda nur in Leipzig genutzt. "Warum Sachsen bisher nicht so aktiv ist, wissen wir auch nicht", sagt Kai Petschick. Klar ist aber, dass auch die Stadt Hoyerswerda weiterhin Schwerpunkt für die Unterbringung von Flüchtlingen bleiben wird. Nach aktuellsten Zahlen leben im Raum Hoyerswerda derzeit etwa 550 Flüchtlinge, von denen 160 in dezentralen Wohnungen untergebracht sind. Der Bedarf für solch ein Portal sei auf jeden Fall gegeben, so Petschick. Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) bezeichnete die Vernetzung von Helfern untereinander und mit den Hilfesuchenden als "wichtigen Baustein zum Erfolg für den weiteren Einsatz für Demokratie, Weltoffenheit und Vielfalt in Hoyerswerda".

Neben dem Bürgerbündnis "Hoyerswerda hilft mit Herz" und dem Awo-Kreisverband Lausitz gibt es schon weitere örtliche Unterstützer. "Wir wollen nun mit noch mehr Vereinen in Kontakt treten", sagt Petschick. Damit neben all den materiellen Spenden vor allem die kostbare gemeinsame Zeit nicht zu kurz kommt.

Zum Thema:
Auf der Internetseite hoyerswerda.helpto.de können sich Organisationen, Initiativen, Vereine, Unternehmen und engagierte Bürger unkompliziert mit einer E-Mail-Adresse anmelden und Angebote oder Gesuche einstellen, Kontakte knüpfen oder Infos finden. Die Nutzung ist kostenfrei. Träger und Organisator von HelpTo ist der gemeinnützige Verein "Neues Potsdamer Toleranzedikt", der 2008 im Rahmen einer stadtweiten Diskussion um Toleranz und Demokratie gegründet wurde.