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Es gibt viele Wege zum Schulabschluss

Martha Röhle arbeitet mit ihrer Lehrerin Silke Wukasch zusammen.
Martha Röhle arbeitet mit ihrer Lehrerin Silke Wukasch zusammen. FOTO: Katrin Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Mit einem Tag der offenen Tür hat das Haus 2 des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) Hoyerswerda am Freitag über Möglichkeiten informiert, wie Jugendliche zum Berufsabschluss gelangen können. Der Außenstellenleiter des Hauses 2, Jens Schmidt stellte das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) mit den Ausbildungsrichtungen Ernährung/Hauswirtschaft und Gesundheit/Pflege vor. Katrin Demczenko/dcz1

Das einjährige BVJ Gesundheit/Pflege läuft besonders gut, weil es die Jugendlichen auf die zweijährige Anschlussausbildung zum Krankenpflegehelfer vorbereitet. Die Teilnehmer lernen schon im BVJ, wie ein Kranker zu waschen und zu betten ist, und haben es mit diesen Kenntnissen im Praktikum der Krankenpflegehelferausbildung leichter, sagte Schmidt. Wer die Krankenpflegehelferausbildung mit guten Ergebnissen beendet, kann Altenpfleger werden. Hier beträgt die Vermittlungsquote derzeit 100 Prozent "Wir kreieren Bildungswege", sagte Jens Schmidt und Annett Klappstein von der Agentur für Bildung Bautzen fügte hinzu: "Die Durchlässigkeit ist gewollt und gut angelegt im Freistaat."

Der anschließende Rundgang führte zunächst zum BVJ Ernährung/Hauswirtschaft. Dort waren Pascal Franz und Christoph Schuba dabei, eine Umfrage über das Lernverhalten und Hobbys unter allen derzeit 145 Schülern in BVJ-Maßnahmen grafisch darzustellen. Hier wendeten sie die Prozentrechnung an, die sie beherrschen müssen, wenn sie mit Abschluss des BVJ den Hauptschulabschluss zuerkannt bekommen wollen. Das streben beide Schüler an, die ab Herbst vorhaben, eine Ausbildung zum Industrie- oder Anlagenmechaniker zu beginnen.

Die Gartenbauwerker, eine dreijährige Fachwerkerausbildung für Schüler aus Schulen zur Lernförderung, verteilten gerade im Foyer der Schule Erde in einer Folie, um ein Beet mit Frühblühern anzulegen. "Die eigenständige Arbeit steht für die fünfköpfige Gruppe des dritten Lehrjahres im Vordergrund", sagte ihre Lehrerin Silke Wukasch und beobachtete Martha Röhle aus Boxberg dabei, wie sie Osterglocken zum Einpflanzen vorbereitet. Das Mädchen hat sich für die Spezialisierung Zierpflanzenbau entschieden und damit das Glück, im Winter auch im Gewächshaus arbeiten zu können. Martha Röhle, die eigentlich Bäckerin hatte werden wollen, hat sich nun mit ihrem Beruf im Gartenbau angefreundet und bewirbt sich im Raum Cottbus in verschiedenen Gärtnereien. Jan Kreuzmann, der sich für die Spezialisierung Garten- und Landschaftsbau entschieden hat, versucht in seinem derzeitigen Praktikumsbetrieb übernommen zu werden. Da aber die meisten Arbeiten im Wegebau und der Sportplatzgestaltung im Herbst enden und er ab September eine Stelle sucht, sei die Situation schwierig, so der junge Mann. "Ich bewerbe mich auch in anderen Betrieben, es wird schon klappen", machte er sich Mut.