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Erste Zäune für Amphibien

Die Mitarbeiter des Fördervereins NOHTL Günter Sommer (r.) und Wilfried Spank haben bereits am Dienstag mit dem Aufbau des Amphibienschutzzaunes entlang der Staatstraße 121 Kaschel –Klitten begonnen. Wenn in wenigen Tagen die große Wanderung der Amphibien beginnt, werden sie auch noch die Fangeimer in den vorgesehenen Abständen dicht am Schutzzaun eingraben.
Die Mitarbeiter des Fördervereins NOHTL Günter Sommer (r.) und Wilfried Spank haben bereits am Dienstag mit dem Aufbau des Amphibienschutzzaunes entlang der Staatstraße 121 Kaschel –Klitten begonnen. Wenn in wenigen Tagen die große Wanderung der Amphibien beginnt, werden sie auch noch die Fangeimer in den vorgesehenen Abständen dicht am Schutzzaun eingraben. FOTO: B. Donke/bdo1
Klitten. Die Amphibienwanderung hat begonnen. Gut zwei Wochen früher als üblich haben deshalb Naturschützer begonnen, die Schutzzäune aufzustellen. Bernhard Donke

) Die sehr milden Temperaturen der zurückliegenden Woche veranlassen jetzt schon, gut zwei Wochen früher als üblich, Frösche, Unken, Kröten und Molche zu ihren Wanderungen von den Winterquartieren in ihre Laichgewässer. Damit die Tiere beim Überqueren von Straßenabschnitten nicht Gefahr laufen, von Autos überrollt zu werden, haben Mitarbeiter des Fördervereins für die Natur der Oberlausitzer Heide und Teichlandschaft (NOHTL) mit dem Aufbau von Schutzzäunen begonnen. Einsatzort war unter anderem die Staatsstraße 121 zwischen Klitten und Kaschel.

"Insgesamt werden von unseren Mitarbeitern etwa 15 Kilometer Schutzzaun errichtet und das an 14 Standorten im Bereich Klitten, Trebus-Reichwalde und Kreba-Neudorf", sagt Annett Hertweck, Geschäftsführerin des Fördervereins. Später, wenn die große Amphibienwanderung begonnen hat, werden von den Naturschützern in regelmäßigen Abständen Fangeimer an den Zäunen eingegraben. In diese fallen die Tiere beim Versuch, den Schutzzaun zu überqueren. Einmal am Tag werden während der großen Amphibienwanderung die Schutzzäune von ihnen kontrolliert.

"Für diese ehrenamtliche Tätigkeit können sich auch interessierte Bürger bei uns melden. Wir nehmen sie gern mit auf so einen Kontrollgang und erklären ihnen auch, was wir dabei machen", sagt Annett Hertweck. Interessierte Bürger können sich dazu unter Telefon 035893 508571 melden, oder beim Förderverein auf der Naturschutzstation in Förstgen, Dorfstraße 37n. Die eingefangenen Tiere werden gezählt und registriert, danach über die Straße getragen, sodass sie gefahrlos zu ihren Laichgewässern kommen. So erhalten wir einen genauen Überblick, welche Amphibien hier in der Region des Biosphärenreservats beheimatet sind. Dabei haben wir in den zurückliegenden Jahren festgestellt, dass mit der Rotbauchunke und dem Kammmolch zwei sehr seltene Arten im Biosphärenreservat und in den angrenzenden Gebieten vorkommen. Im vorigen Jahr haben wir etwa 100 000 Amphibien vor dem Überfahren gerettet", sagt Annet Hertweck.

Obwohl die Hauptwanderzeit der Amphibien erst ab Anfang März beginnt, können jetzt schon Verkehrsteilnehmer darauf achten, dass sie keine Tiere unter die Räder bekommen. Darüber würden sich nicht nur Naturfreunde und die Mitarbeiter des Fördervereins freuen.