Türkei und Mallorca statt Tunesien. Im DER-Reisebüro im Lausitz-Center Hoyerswerda haben sich seit Samstag einige wenige Kunden bei Verkaufsleiterin Manuela Koch gemeldet, um ihre geplante Tunesien-Reise abzusagen und umzubuchen. "Die Kunden haben zwar nicht panische Angst, aber sie sind verunsichert und wollen nicht mit einem mulmigen Gefühl in den Urlaub aufbrechen. Das ist ja nur verständlich", sagt sie gegenüber Lausitzer Rundschau. Und so haben die großen Reiseveranstalter nach den Schreckensnachrichten über das Blutbad im Urlaubsland Tunesien sehr schnell reagiert und bieten den Kunden unkomplizierte Umbuchungen an.

Im Hoyerswerdaer Büro "Reise-Fritz" des Reiseclubs Cottbus hat davon allerdings noch niemand Gebrauch gemacht. Büroleiterin Mandy Kring rechnet auch nicht mit einer großen Stornierungswelle. "Generell ist die Nachfrage nach Reisezielen in Nordafrika schon in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen. Wir haben kaum Kunden, die sich für Tunesien als Reiseziel entschieden haben", erklärt sie.

Diesen Trend bestätigt auch Christine Lässig vom Reisebüro "Lagune" an der Dresdener Straße. Auch bei ihr war Tunesien ähnlich wie Ägypten kaum noch auf der Wunschliste der Urlauber. "Stattdessen entscheiden sich viele Badeurlauber lieber für die Türkei, Mallorca, die Kanaren oder auch für Deutschland", erklärt sie.

Karin Schumann, die ein Reisebüro im Einkaufszentrum in Schwarzkollm an der B 96 betreibt, bedauert diese Entwicklung sehr. Auch bei Ägypten habe man vor wenigen Jahren gesehen, wie sich Nachrichten über Terror und Gewalt auf die Nachfrage als Urlaubsziel auswirken und daran ein ganzer Wirtschaftszweig zerbricht. "Früher war Ägypten eines der Hauptreiseziele, heute gibt es dafür hier bei uns kaum noch Interessenten", berichtet sie.

Mareen Plaumann vom gleichnamigen Reisebüro in Bernsdorf sagt: Neben den Tunesienurlaubern sind nach dem Wochenende aber vor allem auch Griechenland-Reisende verunsichert. Viele machen sich Sorgen, wie sie sich angesichts geschlossener Banken für die Reise mit Bargeld ausstatten müssen.

Experten raten für diesen Fall, ausreichend Bargeld mitzunehmen und im Hotel in einem Safe zu verstauen.

Dass es bei den Lausitzern mit Fernweh aber auch einige gibt, die sich von den beängstigenden Nachrichten aus aller Welt nicht beeinflussen lassen, beweist ein Fall aus dem Bernsdorfer Reisebüro Plaumann. Dort gab es gestern sogar eine Neubuchung für einen Tunesienurlaub im nächsten Januar. "Die meisten warten jetzt aber mit Langzeitbuchungen für diese Region ab und entscheiden sich dann kurzfristig - je nach der aktuellen Lage vor Ort", sagt Mareen Plaumann.

Zum Thema:
Reisebüros in Hoyerswerda und Umgebung haben in den vergangenen Jahren eine stark rückläufige Nachfrage für Reiseziele in Ägypten, Tunesien und anderen nordafrikanischen Staaten zu verzeichnen.Davon profitieren andere Reiseländer. Stärker nachgefragt sind stattdessen Türkei, Mallorca, Kanarische Inseln, Italien und Sardinien, aber auch Deutschland und die skandinavischen Länder.