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Erste Gespräche mit Ziel-Partner

Lohsa. Die Gemeinde Lohsa hält bei der Orientierung auf eine Ziel III-Förderung bis auf Weiteres an der Zusammenarbeit mit dem tschechischen Gemeindeverbund Novoborsko fest. Für Juni sind weitere Gespräche zu einem gemeinsamen Projektantrag geplant. Mandy Decker / mdr1

Nur einen Tag nach der Zustimmung des Gemeinderates zur Erarbeitung eines Projektantrages für die Ziel III-Forderperiode 2015 bis 2019 durch die Verwaltung hat Bürgermeister Udo Witschas in direkten Gesprächen mit dem Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und Vertretern des tschechischen Gemeindeverbandes Novoborsko die weiterführende Zusammenarbeit beschlossen. Zum gemeinsamen Projektziel erklärten die Partner die Überschrift "Erschließung touristischer Nutzungsmöglichkeiten von Gewässern in strukturschwachen Regionen des ländlichen Raums unter Berücksichtigung der Anforderungen eines nachhaltigen Hochwasser-, Gewässer- und Naturschutzes".

Die Gemeinde Lohsa setzt dabei auf Synergieeffekte zwischen einem nachhaltigen Hochwasserrisikomanagement in der Region und der Verbesserung des ökologischen Zustands der Gewässer sowie einem Tourismuskonzept für die Bergbaufolgeseen im Territorium der Gemeinde Lohsa.

Die Ziel III-Förderung der Sächsischen Aufbaubank (SAB) dient der Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik. Die Gemeinde Lohsa sieht in der Unterstützung eine seltene Chance zur Finanzierung der Neuerschließung und Umnutzung der Bergbaufolgelandschaften für touristische Zwecke. Lohsa will federführend agieren, sieht aber noch Diskussionsbedarf bei der von tschechischer Seite anvisierten Fördersumme, die wesentlich über den eigenen Vorstellungen liegt. Man wolle in weiteren Gesprächen die Chancen für einen positiven Zuwendungsbescheid ausloten und die tschechische Seite notfalls "etwas bremsen", so Witschas.

Im Juni werden die Partner ihre angepassten Kostenpläne noch einmal abstimmen, informierte die Geimeindeverwaltung im Anschluss an die Gespräche. Auch wurde vereinbart, dass der tschechische Projektpartner die Projekte mit den 16 Gemeinden nochmals konkretisiert. Im Zweifelsfall stünden weitere potenzielle Verhandlungspartner auf tschechischer Seite zur Verfügung, hatte Witschas gegenüber den Räten einen Wechsel angedeutet.

Die Seen seien für die Gewässerwirtschaft nicht mehr als Speicherbecken zur Regulierung des Wasserhaushaltes. Probleme, wie die Einschwemmung und Ablagerung der Eisenfracht, beträfen ausschließlich die touristische Nutzung und interessierten die Landestalsperrenverwaltung nicht, so Witschas. Im Gegenteil, eine andere als die Speichernutzung werde von den Behörden eher ungern gesehen.

Auch habe die Gemeinde keinerlei Rechtsanspruch auf eine Nutzung von Knappensee, Silbersee - Friedersdorfer See und Silbersee - Mortkaer See als Freizeit- und Badegewässer. Es liege also allein im Interesse und an der Initiative der Gemeinde, die touristische Nachnutzung der Bergbaufolgeseen möglichst schon parallel zu den Sanierungsarbeiten anzuschieben. Die Studien, die im Rahmen des Ziel III-Projektes erstellt würden, seien die Grundlage zielgerichteter Planungen. "Wir müssen nachweisen, dass wir den Tourismus als Ausgleich für den Rückgang der bergbaulichen Nutzung brauchen und die Gegebenheiten an den einzelnen Standorten adäquat nutzen", so Witschas.