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| 01:37 Uhr

Erst virtuell, dann auf Schusters Rappen

Einige der fünfzehn Gäste, die am Sonntagmorgen den Weg ins Schloss gefunden hatten, brachten vorsichtshalber Schirme mit. Doch diese „Schutzeinrichtung“ war zumindest zu Beginn der historischen Stadtführung nicht nötig. Von Silke Richter

Denn "Schlossherrin" Sigrun Jeck lud die Besucher anfangs zu einer virtuellen Vorstellung der Stadt in bewegten Bildern ein. Und diese fand im Saal des ältesten und geschichtsträchtigsten Gebäudes von Hoyerswerda statt, das 1990 umfassend saniert wurde. Bevor die gedankliche Bilderreise jedoch startete, nutzte der ein oder andere Besucher durch Vorgespräche mit Sigrun Jeck die Möglichkeit, die Stadtgeschichte zukünftig bereichern zu wollen. Denn einige der Gäste haben zu Hause noch verschiedene Dinge, wie beispielsweise alte Rechenschieber, die sie dem Museum zur Verfügung stellen wollen, war am Sonnabend zu erfahren. Das freute die Museumschefin natürlich, denn gerade durch solche historischen, gesammelten Dinge wird Stadtgeschichte nicht nur bewahrt, sondern für folgende Generationen wieder zum Leben erweckt. Durch das Sammeln von eben solchen Relikten war es auch überhaupt erst möglich, eine virtuelle Stadtführung zu realisieren.Aus den Beständen des Museumsarchivs, das etwa 20 000 Postkarten und Fotos beinhaltet, erarbeitete Historikerin Elke Roschmann auf einer DVD den relativ neuen, virtuellen Stadtrundgang. "Zum Weltgästeführertag in diesem Jahr haben wir diese Vorstellung im bewegten Bild erstmals gezeigt. Wir wollen damit die Historie von Hoyerswerda der Öffentlichkeit zugänglich machen und die Postkarten und Fotos vor dem Verschleiß bewahren", erklärte Sigrun Jeck.Mittels eines Filmes wurden die Besucher in die historische Entwicklung der Stadt entführt, die 1268 erstmals urkundlich erwähnt wurde und in der sich im 11./12. Jahrhundert Sorben des Stammes der Milzener niedergelassen hatten. Auf interessante und lehrreiche Art erfuhren die Besucher mehr über den Grafen Hoyer und die einstige Ackerbürgerstadt, Mätresse Katharina von Teschen, den drei Stadttoren (Wittichenauer, Spremberger, Senftenberger Tor) bis hin zur großen Vielfalt von früheren Gaststätten und Geschäften. Auf Schusters Rappen ging es abschließend dann durch die Altstadt.