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Erneut Wolf mit Schrot im Körper gefunden

Ein Wolf (Canis Lupus Lupus), aufgenommen am 18.01.2017 in einem Gehege des Biotopwildpark Anholter Schweiz in Isselburg (Nordrhein-Westfalen).
Ein Wolf (Canis Lupus Lupus), aufgenommen am 18.01.2017 in einem Gehege des Biotopwildpark Anholter Schweiz in Isselburg (Nordrhein-Westfalen). FOTO: Bernd Thissen (dpa)
Rietschen. Bei einem Wolf, der vor zwei Wochen auf der B156 zwischen Bluno und Sabrodt überfahren wurde, hat die Untersuchung spannende Fakten hervorgebracht. Offenbar ist das Tier in seiner Jugend beschossen worden – nicht der erste Fall in Sachsen. bob

Der Unfall ereignete laut Informationen des Wolfsbüros am frühen Morgen des 5. Juli auf der B156 zwischen Bluno und Sabrodt. Der Kadaver der Wölfin wurde zur Untersuchung an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin geschickt. "Die dortige computertomographische und pathologische Untersuchung bestätigte, dass das Tier an einem massiven Trauma infolge des Verkehrsunfalls starb", berichtet Projektleiterin Vanessa Ludwig vom Wolfsbüro in Rietschen.

Bei der Untersuchung sei auch festgestellt worden, dass die Wölfin einige Zeit zuvor mit Schrot beschossen wurde und dies überlebt hat. "Es wurden mehrere Schrotkugeln im Tierkörper sichergestellt, welche bereits, sofern nicht in Knochen liegend, in das Bindegewebe eingekapselt waren", so Vanessa Ludwig.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Im Oktober 2016 war ebenfalls nach einem Unfall auf der Straße zwischen Bernsdorf und Leippe ein Wolf überfahren worden. "Die Untersuchung bestätigte, dass der Welpe vor längerer Zeit, bereits in sehr jungem Alter, beschossen wurde", berichtete Vanessa Ludwig damals.

Seit 2000 wurden in Sachsen insgesamt 58 Wölfe tot aufgefunden oder eingeschläfert. 36 Wölfe starben bei Verkehrsunfällen, sieben Wölfe wurden illegal getötet. Neun Wölfe starben eines natürlichen Todes, bei fünf Totfunden ist die Ursache unklar. Ein Welpe wurde eingefangen und eingeschläfert, weil er blind war

In diesem Jahr gab es im Freistaat insgesamt sechs Totfunde von Wölfen. Dabei wurden vier Wölfe bei Verkehrsunfällen mit einem Auto getötet und ein Wolf mit starken Anzeichen von Räude starb eines natürlichen Todes. Eine weitere Wölfin wurde am Stadtrand von Bautzen von einem Zug überfahren. Für letzteren Fall liegt inzwischen das Ergebnis der genetischen Untersuchung vor: Es handelte sich um eine erwachsene Tochter des Rosenthaler Rudels.