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| 14:45 Uhr

Kinder- und Jugendfarm
Erleben, begreifen, freuen

Die Leiterin der Kinder- und Jugendfarm des CSB, Liane Semjank, hat auch ein Herz für Tiere, vor allem, wenn sie besonders klein sind, wie hier das Lamm.
Die Leiterin der Kinder- und Jugendfarm des CSB, Liane Semjank, hat auch ein Herz für Tiere, vor allem, wenn sie besonders klein sind, wie hier das Lamm. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Das will Liane Semjank den Besuchern der Kinder- und Jugendfarm des Christlich-Sozialen-Bildungswerkes (CSB) Sachsen bieten. Seit 13 Jahren leitet sie die Einrichtung. Von Rainer Könen

Transparenz wird auf der Kinder- und Jugendfarm des Christlich Sozialen Bildungswerkes  (CSB) in Hoyerswerda großgeschrieben. Das betont beim Gespräch mit der RUNDSCHAU Liane Semjank. Ergo stört es die Leiterin der Jugendfarm auch nicht, das beim Gespräch mit dem Medienvertreter zwei Mitarbeiter im Büro zugegen sind. Und legt gleich los, über ihre tägliche Arbeit in dieser Einrichtung, über die zahlreichen Erlebnisse, die vielen Kinder, über die Projekte, zu denen etwa der Mitmach-Zirkus Krabatino gehört, die Holz- und Kreativwerkstatt, der naturkundliche Unterricht und, und, und.

Der Begriff Projekt nimmt auf bei der Hoyerswerdaer Kinder- und Jugendfarm einen recht breiten Raum ein. In der Zeit, in der Liane Semjank hier arbeitet, seit 2005, hat sie eine Menge solcher Vorhaben ins Leben gerufen. Projekte, zu denen etwa der Tag des offenen Hofes oder der Tag des Wassers zählen. Aus ihren Worten ist sehr schnell herauszuhören, dass sie die Kinder- und Jugendfarm lebt. Sie mag die Arbeit dort.

Liane Semjank stammt aus dem kleinen Ort Milstrich. Die gelernte Krippenerzieherin besuchte die medizinische Fakultät in Dresden, ließ sich zur staatlich anerkannten Pädagogin ausbilden, arbeitet seit 20 Jahren in Diensten des CSB, ist verheiratet, hat erwachsene Kinder, und, ganz wichtig in ihrem Job, sie besitzt ein großes Herz. Die Grundvoraussetzung, um auf einer Einrichtung wie der Kinder- und Jugendfarm erfolgreich und mitfühlend arbeiten zu können.

Als sie hier anfing, besuchte sie Schulen und Kindertageseinrichtungen in Hoyerswerda und Umgebung, warb dort für die Farm, für die zahlreichen Freizeitangebote. „Es hat sich gelohnt“, findet sie. Mittlerweile kommen jährlich etwa rund 30 000 Besucher zur Farm. Ihr und den Mitarbeitern liegt sehr daran, dass Kinder und deren Eltern, wenn sie die Jugendfarm aufsuchen, vor allem eines haben: viel Spaß. So beschreibt Liane Semjank die Philosophie dieser Einrichtung auch in etwa so: Erleben, begreifen, freuen.

Mit ein Grund, warum es so eine Menge Menschen auf die Farm zieht, sei sicher auch die vertraute, ja familiäre Atmosphäre, so Semjank. Und ein weiterer Grund sind natürlich die Farmtiere. Die seien für die vielen projektbezogenen Kurse auch von immenser Bedeutung, und sei es nur, dass man beim Reiten oder Füttern der Tiere den Alltag abstreifen und in eine andere Welt abgleiten kann. Liane Semjank schätzt das Tiergehege sehr. Sie kommt ja aus der Landwirtschaft, da bekommt man ein Gefühl für die tierische Welt mit auf den Lebensweg.

Die Leiterin der Kinder- und Jugendfarm blickt bisher auf eine spannende und interessante Zeit auf der Farm zurück. Als besonders angenehm beschreibt sie die vielen zwischenmenschlichen Momente, wenn Kinder glücklich und zufrieden nach Hause gehen, sich auf den nächsten Besuch  freuen. Sie verweist auf die wertvolle pädagogische Arbeit, die sie und ihre Mitarbeiter leisten und die irgendwie und irgendwann auch der Gesellschaft zugutekommen.

Weniger schön waren die Brände. Fünf Mal brannte es in den vergangenen Jahren auf der Farm. Aber auch das gehört zum Leben auf der Kinder- und Jugendfarm, es sind nicht nur Höhepunkte, sondern es gibt auch so manches Tief. Kraft und Energie für ihre Arbeit holt sich Liane Semjank, die ihr Alter auf gar keinen Fall preisgeben möchte, weil „das doch gar keinen interessiert, oder?“ beim Tanzen und Radwandern.  Da kommen denn mitunter auch die Ideen – für neue Projekte.