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Erinnerungen an die Jahrhundertflut

Kamenz.. Vor knapp einem Jahr, am 12. August, wird aufgrund des Hochwassers im Mittleren Erzgebirgskreis der erste Katastrophenalarm im Freistaat Sachsen ausgelöst. Im Erzgebirge fallen bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter.

Aus kleinen Flüssen werden reißende Sturzfluten, ganze Ortschaften müssen geräumt werden. Wenige Tage später steigt die Elbe auf einen nie da gewesenen Höchstwasserstand. Am 16. August waren in Dresden bis zu 60 000 Menschen von Evakuierungen betroffen. Allein in Sachsen fielen den Wassermassen 20 000 bis 30 000 Häuser sowie 4 000 Autos zum Opfer. 740 Kilometer Straße, 180 Brücken und 540 Kilometer Schienennetz wurden zerstört. 21 Tote und 110 Verletzte waren die traurige Bilanz der Katastrophe.
Am kommenden Dienstag, 8. Juli, werden in einem Vortrag im Elementarium des Museums der Westlausitz um 19 Uhr nicht nur Erinnerungen an die Jahrhundertflut geweckt. Der Ingenieurgeologe Dr. Scholle schildert sowohl die meteorologische Situation und ihre Auswirkungen auf die Flüsse als auch den dramatischen Einfluss des Hochwassers auf den Grundwasserhaushalt während der Jahrhundertflut. Scholle referiert über seine sehr persönlichen Erfahrungen mit dem Katastrophenschutz und den Fachbehörden in dieser chaotischen Zeit. Außerdem will er einen Überblick über vorhandene Schutzmaßnahmen geben und einen Ausblick zur Bewältigung solcher Katastrophen in der Zukunft wagen. (red)