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Erika Biedermann ist die gute Seele der Reiter

Die Reiter schätzen an Partwitz das Vorhandensein dieses Übungsplatzes. Dort, so sagen sie, lässt es sich wunderbar auf die Ausscheide vorbereiten.
Die Reiter schätzen an Partwitz das Vorhandensein dieses Übungsplatzes. Dort, so sagen sie, lässt es sich wunderbar auf die Ausscheide vorbereiten. FOTO: amz1
Partwitz. Am vorletzten Oktober-Wochenende hat sich die deutsche Reit elite mal wieder in Klein Partwitz getroffen. Auf dem Programm stand das traditionelle Hallenspringturnier des örtlichen Reit- und Fahrvereins (RFV). amz1

Insgesamt 1500 Starts sind am Wochenende beim Hallenspringturnier in Partwitz verbucht worden. An den 18 Wettbewerben hatten sich 200 Reiter mit 700 Pferden beteiligt. Darunter befanden sich auch Österreicher, Franzosen und sogar Bulgaren.

Diese Zahlen hat Erika Biedermann sofort griffbereit. Kein Wunder, gilt die inzwischen 77-Jährige als "gute Seele" des Partwitzer Turniers. Erika Biedermann, die aus der Region um Meißen kommt, hat ihren festen Platz in einem von außen eher schmucklosen Blechcontainer, der am Rand des Trubels unter hohen Kiefern steht. Doch im Innenraum arbeitet Erika Biedermann mit modernster Technik. Die gelernte Stenotypistin weiß dank ihres Laptops sofort, wer wann und wo startet beziehungsweise wer welchen Platz belegt hat. "Ich bin zwar das letzte Mal vor 50 Jahren geritten", erinnert sich die Seniorin. "Doch die Liebe zum Pferdesport ist bis heute geblieben."

Rund 30 Turniere betreue sie pro Jahr. Partwitz gehöre dabei zu den Favoriten. "Hier ist die Atmosphäre sehr familiär. Wir kennen uns halt schon ziemlich lange."

Nicht zuletzt nehme Erika Biedermann die Entwicklung mancher Reiter erfreut zur Kenntnis, die sich von Anfängern inzwischen einen Platz in der renommierten Reiterszene erarbeitet haben.

Trotz der langen Arbeitszeit während der Turniertage, teilweise sitzt die 77-Jährige von 6.30 bis 22.20 Uhr in ihrem Containerbüro, bereite ihr die Tätigkeit große Freude. "Und ich fühle mich jung dabei", bekennt Biedermann.

Auf dem Gelände des gastgebenden Reit- und Fahrvereins (RFV) Klein Partwitz herrscht indes über das gesamte Wochenende großer Trubel. Den Protagonisten ist eine logistische Meisterleistung gelungen. Nämlich die Starter einschließlich ihrer Pferde zu beherbergen, ihnen die korrekten Startplätze zuzuweisen und nicht zuletzt das große "Drum und Dran" zu organisieren.

"Nach dem Turnier ist vor dem Turnier", spricht RFV-Vorstandsmitglied Katja Kittan aus Erfahrung. Noch in diesem Monat beginne die Vorbereitung des nächsten Hallenspringturniers im Herbst 2017. Da mussten Genehmigungen eingeholt, die Unterkünfte organisiert, die Einladungen und Ausschreibungen versandt, Sponsoren eingeworben und noch vieles andere mehr erledigt werden.

"Eigentlich eine Mammutaufgabe", bekennt Kittan. Doch jeder im Verein packe ordentlich an, sodass die besagte "Meisterleistung" tatsächlich vollbracht werden könne.

Trotz der vielen Mühen bleibe den Partwitzern auch noch die Zeit, sich als Lokalmatadoren auf die Wettkämpfe entsprechend vorzubereiten. Rund 25 Starts gehen auf das Konto der Gastgeber. Und nicht ohne Erfolg. So holt beispielsweise RFV-Starterin Nadja Szadzik den 1. Platz im L-Springen.

Allerdings benötige der Verein mehr Nachwuchs. Derzeit zähle das Gremium 44 Köpfe. Ein eigenes Pferd sei für eine Mitgliedschaft keineswegs erforderlich. Viel wichtiger seien die Freude und das Interesse am Pferdesport. Im kommenden Jahr stünden erneut hochkarätige Veranstaltungen an, die organisiert werden müssen. Neben dem Hallenspringturnier als Hauptwettbewerb seien ein Reitertag für junge Pferde (25./26. März) sowie ein Reitertag für Einsteiger im September geplant.