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Naturschutz
Segen und Fluch der Tätzschwitzer Allee

Der Erhalt der Allee zwischen Tätzschwitz und Großkoschen wird heiß diskutiert.
Der Erhalt der Allee zwischen Tätzschwitz und Großkoschen wird heiß diskutiert. FOTO: Richter Torsten / Torsten Richter
Tätzschwitz/Bautzen. Die Zukunft der Allee zwischen Großkoschen und Tätzschwitz wird heiß diskutiert. Etwa zwei Kilometer lang ist die akkurate Baumreihe entlang der Ortsverbindungsstraße, die zu einem der Haupteingangstore in die neue sächsische Seenlandschaft führt und einfach zum Ortsbild gehört.

Genau an der Landesgrenze zu Brandenburg endet die Tätzschwitzer Allee. 388 Bäume – darunter Roteichen, Linden, Spitz- und Bergahorne – sorgen vor allem von Frühjahr bis Herbst für ein dichtes Blätterdach über dem viel befahrenen Verkehrsweg.

In Tätzschwitz selbst sorgt die Allee allerdings für gemischte Gefühle. Einwohner wollen die straßenbegleitenden Baumreihen einerseits gern erhalten. Aber auch die Sorge um die Sicherheit auf der Straße treibt die Bürger um.

Cornelia Schnippa erklärt: „Die Straße ist für Lastkraftwagen und Reisebusse einfach zu eng.“ Besonders im Gegenverkehr großer Gefährte werde es hier gefährlich. Auch für Radfahrer. Die Lichtverhältnisse seien schwierig. Die Zweiradfahrer seien schwer erkennbar. „Wir müssen eine Lösung finden, damit alle sicher unterwegs sein können“, betont sie. Aber auch die Seenland-Gästeführerin, die im Ortschaftsrat aktiv ist, will die Allee erhalten. Einen separaten Radweg hat Cornelia Schnippa im Blick.

Auch Martina Petschick, die Vorsitzende des Tätzschwitzer Heimatstuben-Vereins, bestätigt: Die Allee ist alt und schön. Wegen der geringen Straßenbreite und der holprigen Fahrbahn wegen der Baumwurzeln werde sie aber zu Recht auch kritisch gesehen. Hier sind schon mehrere schwere Unfälle zu beklagen gewesen.

Der Landkreis Bautzen ist für die Allee an der Kreisstraße zuständig. Mehrfach ist bereits die Säge angesetzt worden, um Bäume für die Verkehrssicherheit zu entfernen. „Alle entstandenen Lücken sind mit Neupflanzungen wieder geschlossen“, erklärt Kreis-Sprecher Gernot Schweitzer. Die jungen Bäume sind gut angewachsen und vital. Die älteren Bäume werden im nächsten Winter gepflegt. „Derzeit“, so betont Schweitzer, „sind keine weiteren Fällungen erforderlich“. Der Erhalt von Alleen sei eine Priorität an Kreisstraßen. Die Alleen im Landkreis seien grundsätzlich in einem guten Zustand.

„Großer Wert wird auch auf ein breites Artenspektrum gelegt“, versichert Schweitzer weiter. Im Vordergrund stehen heimische Bäume wie Linden, Eichen, Eschen und Ahorne sowie Obstbäume.