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Entdeckungen mit einem Drachen

Kirstin Zinke und Stefan Skora (v.l.) sowie Andreas Heinrich (r.) hocken mit Kindern und Erzieherinnen in dem auf Asphalt gemalten Plon.
Kirstin Zinke und Stefan Skora (v.l.) sowie Andreas Heinrich (r.) hocken mit Kindern und Erzieherinnen in dem auf Asphalt gemalten Plon. FOTO: K. Demczenko/dcz1
Knappenrode. Wie 2016 lockt der Plon, der Glücksdrache aus der sorbischen Sagenwelt, auch dieses Jahr die Drei- bis Sechsjährigen der Sport- und Bewegungs-Kita "Wirbelwind" Knappenrode in die Energiefabrik. Dazu ist auch ein Malbuch entstanden. Katrin Demczenko / dcz1

Die grafische Gestaltung sowie der Druck der 500 Hefte werden von der Stiftung des Lausitzer Seenland Klinikums mit 1000 Euro finanziert. Der Hoyerswerdaer Oberbürgermeister Stefan Skora hat jetzt die Spende beim Sommersportfest der beiden Kitas des Sportbundes Lausitzer Seenland Hoyerswerda auf dem Freigelände der Energiefabrik übergeben.

Museumsleiterin Kirstin Zinke und der Leiter des Amtes für Kreisentwicklung im Landkreis Bautzen, Andreas Heinrich, waren als Verantwortliche für die in Vorbereitung befindliche Umgestaltung des Industriemuseums anwesend. Der Amtsleiter misst dem Plon-Projekt eine hohe Bedeutung bei, denn "es macht die Öffentlichkeit auf die Veränderungen aufmerksam".

Im Rahmen des Projekts hatte im Mai ein Workshop mit der Dresdener Design-Studentin Carolin Baganz und der wissenschaftlichen Volontärin des Industriemuseums, Barbara Brunner, stattgefunden. Die Kinder entdeckten dabei die Maschinen, die früher zur Produktion von Briketts aus Rohbraunkohle gebraucht wurden. Um sich die technischen Vorgänge verständlicher zu machen, bauten sie mit Carolin Baganz aus Holz eine kleine Energiefabrik für ihre Kita, erklärt Barbara Brunner.

Paul, Jana und die anderen Projektteilnehmer haben mit der Design-Studentin auch Drachen aus Pappmaschee gebastelt, die nun ebenfalls in der Kita "wohnen", wie deren Leiterin Manuela Seifert erzählt. Sie findet gut, dass die Kinder direkt in Knappenrode Vergangenheit und Gegenwart ihrer Heimat kennenlernen können.

Das Malbuch ist durch die kreativen Arbeiten der Kinder angeregt worden, sagt Barbara Brunner. Die Design-Studentin Carolin Baganz hat es wie im Vorjahr künstlerisch umgesetzt.

Der Kohle fressende Drache soll Kinder dauerhaft an die Energiefabrik heranführen, so Barbara Brunner. Er helfe ihnen, schwierige Sachverhalte wie den Produktionsprozess in der ehemaligen Brikettfabrik besser zu verstehen. Die sorbische Sagenfigur wird die für Kinder verständliche Ebene der bald neu entstehenden Dauerausstellung kennzeichnen. Die von Carolin Baganz am Fuße des Treppenturms der Energiefabrik auf den Asphalt gemalten Umrisse eines Drachens gehören mit zum Prozess dieser Umgestaltung. Wenn sie die Linien des Plons noch einmal mit wetterfester weißer Straßenfarbe nachgezogen hat, kann die Figur von den jüngsten Besuchern mit bunter Kreide immer wieder neu ausgemalt werden, erzählte Barbara Brunner.

Ideen für ein geplantes drittes Plon-Projekt 2018 gibt es schon, wie eine Reise in das längst vergangene Zeitalter des Tertiär, in dem die Kohle entstanden ist. Auch das Leben in Knappenrode vor 100 Jahren ließe sich kindgerecht erlebbar machen, sagt Barbara Brunner.