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| 15:30 Uhr

Industriemuseum
Energiefabrik Knappenrode startet tanzend in den Mai

In der Energiefabrik Knappenrode haben Tänzer die Performance Work it Out aufgeführt.
In der Energiefabrik Knappenrode haben Tänzer die Performance Work it Out aufgeführt. FOTO: Katrin Demczenko
Knappenrode. Viel Bewegung in der Motorenhalle: 150 Tänzer treffen sich zu einer Performance im Knappenroder Industriemuseum. Von Katrin Demczenko

Den 1. Mai nutzt die Energiefabrik Knappenrode immer wieder für Aktionen, die die Arbeitswelt vergangener Zeiten lebendig werden lassen. Eine ist am Dienstag die Eröffnung der Sonderausstellung „Kunst + Kohle. Arbeit und Bergbau in der DDR-Kunst“ in der Kraftzentrale der ehemaligen Brikettfabrik gewesen. Sie ist bis zum 16. September zu sehen.

Doch dieser ruhigen Veranstaltung folgte ab Mittag viel Bewegung in der früheren Motorenhalle. 150 in schwarzes Turnzeug gekleidete Menschen strömten dorthin, um am Internationalen Tag der Arbeit die Tanzperformance Work it out der European Route of Industrial Heritage (ERIH) mitzugestalten.

Zu ihnen gehörte Familie Poethe aus Spreewitz. Die junge Mutter nimmt mit ihren Töchtern gern an Events in der Region teil, um Freizeit sinnvoll gemeinsam zu verbringen und die Heimat zu entdecken. Sie sind schon beim Lessing-Lauf des Lessing-Gymnasiums Hoyerswerda und dem DAK-City-Lauf durch die Stadt gestartet und wollten jetzt einmal ein Tanzprojekt ausprobieren. Die Idee kam über die Lessing-Gymnasiastin Michelle Poethe in die Familie. Von Freunden, die in der dortigen Jazzdance-Gruppe trainieren und sich auf die ERIH-Tanzperformance vorbereiteten hörte die 13-Jährige von der Aktion und einem Youtube-Video. Jeder könne die Tanzschritte und Bewegungen zu der extra komponierten Musik anhand der knapp zehnminütigen Filmsequenz nachvollziehen. Michelle ließ sich also von ihren Freunden anleiten. Dann überzeugte sie ihre Mutter und die kleine Schwester mitzuüben und schließlich erarbeiteten die drei die Tanznummer nach dem Video und Michelles Hinweisen.

Die Tanzcompagnie Kamenz war von der Energiefabrik angefragt worden und mit einer Abordnung von 20 Mitgliedern angereist, berichtet Trainer Mario Steinmetz. „Wir haben die eher einfache Choreografie in zwei Trainingsstunden erarbeitet“, erzählt Tänzerin Nathalie Junke. Dieser Videodreh in der alten Fabrikhalle hatte ihre Neugier geweckt, denn sie war noch nie in der hundertjährigen, 1993 geschlossenen Brikettfabrik. Noch vor dem Probenbeginn tanzten die Mädchen spontan zur Musik von DJ Jomaa aus Libyen und stellten sich so auf den besonderen Auftrittsort mit dem Betonboden ein. Normalerweise tritt die Tanzcompagnie im Stadttheater Kamenz oder auf Bühnen auf, berichtet Nathalie Junke weiter.

Punkt 15 Uhr starteten europaweit gleichzeitig an 32 ERIH-Standorten die hämmernden Rhythmen der Performance-Musik und alle Teilnehmer spulten so synchron wie möglich die geübten Bewegungen ab. Überall wurde vor beeindruckenden Industriekulissen gefilmt, die Aufnahmen stehen jetzt auf Youtube und sollen möglichst oft geklickt und weiterverbreitet werden. Der Gewinnerstandort bekommt einen Preis, sagt die Mitarbeiterin der Energiefabrik Sophia Müller. Sie erklärt auch, dass dieser Europäische Tag der Industriekultur vor allem junge Leute an Arbeitsorte ihrer Großeltern und die Zeit der Industrialisierung der Lausitz herangeführt hat.