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| 12:30 Uhr

Ausbildung
Endlich ausreichend Platz für die Experimente

Fachbereichsleiterin Ines Gubsch (li.) erläutert den Ministern Eva-Maria Stange und Matthias Haß sowie dem MdL Marko Schiemann (CDU, 2.v.r.) die neuen Möglichkeiten.
Fachbereichsleiterin Ines Gubsch (li.) erläutert den Ministern Eva-Maria Stange und Matthias Haß sowie dem MdL Marko Schiemann (CDU, 2.v.r.) die neuen Möglichkeiten. FOTO: Uwe Menschner
Bautzen. Das am Montag eingeweihte neue Laborgebäude der Studienakademie Bautzen erfüllt viele lang gehegte Wünsche – wenn auch wesentlich später und teurer als ursprünglich geplant. Von Uwe Menschner

Die Zeit der schwierigen Entscheidungen ist vorbei. Beispielsweise, wer die Dämpfe der Schweißanlage einatmen soll: Die sie verursachenden Wirtschaftsingenieure oder die „unschuldigen“ Medizintechniker, die eine Etage darüber arbeiten? Heute lautet die Antwort: Niemand! Denn schließlich verfügt das neue Labor der Staatlichen Studienakademie Bautzen über eine moderne Abluftanlage, die dafür sorgt, dass lästige Gase nicht mehr in die Raumluft entweichen.

Doch das neue Labor kann und hat noch viel mehr, was sein Vorgänger nicht konnte oder hatte. Vor allem: Es bietet jede Menge Platz. „Platz, den wir vorher nicht hatten und dessen Fehlen uns daran hinderte, die Experimente mit der durchaus schon vorhandenen modernen Technik optimal durchzuführen“, wie sich die Direktorin der Staatlichen Studienakademie Bautzen, Barbara Wuttke, erinnert. Und tatsächlich boten die mit Maschinen und Anlagen vollgestopften Kellerräume alles andere als ideale Bedingungen für den Studierbetrieb. Ein Teil musste gar wegen des akuten Platzmangels in das etwa drei Kilometer entfernte Kunststoff-Ausbildungszentrum Polysax ausgelagert werden.

Diese Zeiten sind jetzt vorbei. Mit 917 Quadratmetern bietet  das neu errichtete Laborgebäude ausreichend Platz für die Fachkabinette der Studienrichtungen Elektrotechnik, Medizintechnik und Wirtschaftsingenieurwesen. In den Baukosten von circa 8,7 Millionen Euro ist eine umfangreiche Ausstattung vom Brückenkran über Abluft- und Kühlanlagen bis hin zur Drucklufterzeugung enthalten. „Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen der Fachbereiche gliedert sich der Neubau in einen zweigeschossigen Riegel und eine eingeschossige Halle“, so Matthias Haß (CDU), der als Finanzminister des Freistaates Sachsen oberster Bauherr des Laborgebäudes ist.

Aus seinen Händen übernahm die für Wissenschaft und Kunst zuständige Kabinettskollegin Eva-Maria Stange den symbolischen Schlüssel, deren Ressort für die inhaltliche Ausgestaltung verantwortlich zeichnet. „Diese Investition ist ein Bekenntnis des Freistaates Sachsen in die Studienakademien“, betonte sie.

Denn: Deren Einführung war Anfang der 1990er-Jahre keineswegs unumstritten. „Die Ausbildungsbetriebe fürchteten um ihre Lehrlinge und die Hochschulen um ihre Studenten“, blickt die Ministerin zurück. Doch das Modell eines Bindegliedes zwischen der Berufs- und der akademischen Ausbildung erwies sich auch in demografisch schwierigen Zeiten als überlebensfähig. Heute gibt es in Sachsen sieben Studienakademien mit wachsenden Studentenzahlen. „Die Möglichkeit, einen festen betrieblichen Ausbildungsvertrag mit einem Bachelorabschluss zu verbinden, erfreut sich immer größerer Beliebtheit“, so Eva-Maria Stange. Mit der Novellierung des entsprechenden Gesetzes habe man den Studienakademien die Möglichkeit zur Forschung eingeräumt und diese damit weiter gestärkt. Auch dafür bietet das neue Laborgebäude nunmehr gute Voraussetzungen.

Nicht unerwähnt blieb allerdings auch, dass der Neubau eigentlich schon viel früher hätte stehen und weniger hätte kosten sollen. Unerwartete Altlasten auf dem Baufeld und zusätzliche Anforderungen führten zu Verzögerungen und zu einer erheblichen Kostenerhöhung. Ursprünglich sollte das Labor ein Jahr früher in Betrieb gehen und etwa die Hälfte kosten.