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| 01:52 Uhr

Emotionale Zeitreise

Hoyerswerda.. Der Blick zurück ist ein Schritt nach vorn – und zwar für Schüler und Lehrer. Darin sind sich die Partner des Projektes „Zur Zukunft gehört die Erinnerung“ einig. Und deshalb sollen auch im kommenden Schuljahr Jugendliche die Chance bekommen, Zeitzeugen zur DDR-Geschichte zu befragen, um gegen das Vergessen anzugehen, so das erklärte Ziel des Projektes, dessen Premiere ihren Abschluss mit einem Zeitzeugen-Gespräch am 16. Juni findet. Von Christiane Klein

„Quellen kann man lesen. Doch erst im ehemaligen Stasi-Knast und beim Gespräch mit Zeitzeugen wird den Schülern wirklich bewusst, wie die DDR funktioniert und was das System bedeutet hat“ , sagt Johanneums-Geschichtslehrer Matthias Oswald und ist wie seine Kollegen von den anderen beiden Gymnasien in Hoyerswerda begeistert vom Projekt „Zur Zukunft gehört die Erinnerung“ . „Die Schüler sind emotional ergriffen“ , erklärt Marion Marx vom Lessing-Gymnasium und denkt an den Projekttag in der Gedenkstätte Bautzen II zurück. Sie hofft, dass das Projekt „keine Eintagsfliege“ ist. Denn die Arbeiten der Schüler - wie Interviews mit Zeitzeugen, Bilder und Videos - sollen als Unterrichtsmaterialien auch anderen Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden.
Ganz wichtiger Baustein im Projekt sind die Gespräche mit Zeitzeugen, „so können die Schüler ihre Fragen loswerden“ , sagt RAA-Mitarbeiterin Evelyn Scholz. Gelegenheit dazu gibt es am 16. Juni. Dann kommen zwölf Zeitzeugen an die Gymnasien und sprechen mit den Jugendlichen über ihre Schicksale in der DDR.
Im kommenden Jahr soll das Projekt auch auf die Mittelschulen ausgeweitet werden, von denen die 3. bereits Interesse angemeldet hat.

Zum Thema Das Projekt
  Das Projekt „Zur Zukunft gehört die Erinnerung“ startete im November 2003. Die Initiatoren sind neben dem Bildungswerk für Kommunalpolitik Sachsen (BKS) die Regionale Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schulen (RAA) und der FDP-Bundestagsabgeordnete Klaus Haupt.
Die Projekt-Macher wollen Jugendliche dazu aufrufen, sich mit DDR-Geschichte auseinander zu setzen und die Strukturen der SED-Diktatur, deren Willkür und die der sowjetischen Besatzung, der Geheimdienste und Repressionsorgane sowie Menschenrechtsverletzungen aufzuarbeiten.