ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:28 Uhr

Interview mit Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark
Freigabe des Barbara-Kanals an erster Stelle

Die Gemeinde will an den Bergbaufolgeseen möglichst schnell vorankommen. Von Sascha Klein

Ab dem heutigen Montag kommen die Bürgermeister der Region zu Wort. In der RUNDSCHAU bilanzieren sie das Jahr 2018 aus Sicht ihrer Gemeinde. Sie blicken zurück, aber auch voraus. Den Start dabei macht Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark.

Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu: Was haben Sie in Ihrer Kommune in diesem Jahr erreicht? Welche Projekte haben Sie abschließen können oder sind entscheidend vorangekommen?

Dietmar Koark: Bekanntlich waren wir ja im Jahr 2016 mit hohen Steuerrückzahlungen konfrontiert. Deshalb bestand das oberste Ziel darin, in diesem Jahr den aufgenommenen Kassenkredit weitestgehend zurück zu zahlen. Das werden wir zum Jahresende 2018 auch schaffen. Trotz Haushaltskonsolidierung konnten wir zwei wichtige Leader-Förderprojekte abschließen. Hierbei handelt es sich um die Straßenbeleuchtung und den Dorfplatz, beide im Ortsteil Bluno gelegen. Der dritte Abschnitt des Schwarzen Elster Radweges in Höhe der Ortslage Neuwiese wurde gebaut sowie eine Reihe von kommunalen Straßen gerade in den zurückliegenden Wochen, instand gesetzt. Im Bereich der Freiwilligen Feuerwehren wurde das Programm zur Verbesserung des Ausrüstungsstandes fortgeführt. Viele kleinere Projekte konnten umgesetzt werden, alles in allem  sind wir mit dem Erreichten zufrieden.

Welche drei Vorhaben stehen im Jahr 2019 ganz oben auf der Liste?

Koark: Vor allem wollen wir mit den Erschließungsarbeiten am Südufer des Geierswalder Sees beginnen. Weiterhin soll die Erschließung für die Erweiterung des Wohngebietes in Geierswalde realisiert werden. Unbedingt muss die Trinkwasserleitung zum Standort Terra Nova kommen.

Welches Ereignis hat Sie in diesem Jahr ganz persönlich bewegt?

Koark: Wir hatten in diesem Jahr in unserer Gemeinde Elsterheide wieder tolle und gelungene Veranstaltungen. Besonders hervorheben möchte ich dabei das Elsterheidefest in Nardt und die 450-Jahrfeier in Klein Partwitz. Die Initiativen der Einwohner machen mich besonders stolz und wir freuen uns natürlich darüber,  dass sich die Bewohner der Orte in unserer Gemeinde in zweiter Instanz immer als Elsterheider sehen. Das ist bei einer künstlich entstandenen Gemeinde nicht  selbstverständlich.

Die Gemeinde Elsterheide hat die touristisch wichtigsten Seen der sächsischen Lausitz in ihrem Gemeindegebiet: Was muss passieren, damit es 2019 ein weiteres Stück vorangeht?

Koark: Ganz wichtig und deshalb auch an erster Stelle zu nennen wäre im kommenden Jahr die Freigabe des Barbarakanals zwischen dem Geierswalder und dem Partwitzer See sowie die damit einhergehende Befahrbarkeit mit Schiffen. Des Weiteren ist beabsichtigt, an beiden Seen vernünftige sanitäre Anlagen zu errichten oder Zwischenlösungen zu schaffen. Die Planungen für den neuen Strand auf dem Koschendamm sollen vorangebracht werden. Insgesamt müssen wir an einer verbesserten Attraktivität in den touristischen Entwicklungsgebieten  arbeiten.

2018 ist ein Jahr, in dem viel über Kohleausstieg und Perspektiven nach der Kohle gesprochen wird. Was erwarten Sie konkret von der Kohlekommission – und welche Weichen müssen für die Lausitz ab 2019 gestellt werden?

Koark: Hierzu kann ich nur wiederholen was ich auch schon im vergangenen Jahr angeführt habe. Der vor uns liegende Strukturwandel kann kein Schnellschuss sein. Die Zeit muss genutzt werden um tragfähige Strukturen und damit verbundene Industriearbeitsplätze zu schaffen, bevor ein endgültiger Ausstieg aus der Braunkohle möglich ist. Hierbei sollte man mit Bedacht den Schwerpunkt auf zukunftsbeständige Branchen legen. Die erforderlichen Rahmenbedingungen müssen verbindlich geregelt und fixiert sein. Eine belastbare Finanzierung der Infrastrukturmaßnahmen und der Ansiedlungsförderung muss für die kommenden Jahre dargestellt sein.

Wenn Sie einen ganz praktischen Wunsch für Ihre Kommune frei hätten: Was würden Sie sich wünschen?

Koark: Die politischen Ansätze dieses Jahres sind die Richtigen. Die Kommunen sind selbständig in der Lage am ehesten frei und unbürokratisch über finanzielle Zuweisungen zu entscheiden, die ihnen pauschal zur Verfügung gestellt werden.  Nur dann können die Schwerpunkte,  die überall spezifisch sind, vernünftig abgearbeitet werden. Das gibt auch Motivation für das Miteinander in jedem Gemeinwesen.