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| 02:39 Uhr

Elsterheide ist Sachsens Seenkönigin

Der größte Teil des Geierswalder Sees, darunter auch der Badestrand, befindet sich in Sachsen und damit in der Gemeinde Elsterheide. Der "Rest" gehört zu Brandenburg beziehungsweise zur Stadt Senftenberg.
Der größte Teil des Geierswalder Sees, darunter auch der Badestrand, befindet sich in Sachsen und damit in der Gemeinde Elsterheide. Der "Rest" gehört zu Brandenburg beziehungsweise zur Stadt Senftenberg. FOTO: amz1
Bergen. Sage noch einer, in Sachsen gebe es keine richtigen Seen. Allein im sächsischen Teil des Lausitzer Seenlandes befindet sich eine Wasserfläche von zusammengerechnet rund 8100 Hektar. amz1

Zum Vergleich: Die Stadt Hoyerswerda umfasst ein Gebiet von gut 9550 Hektar.

Von der Gesamtwasserfläche des sächsischen Lausitzer Seenlandes entfallen allein circa 3200 Hektar auf die Gemeinde Elsterheide. Das entspricht rund einem Viertel der Gesamtfläche der Kommune. Keine andere Gemeinde im Freistaat weist eine höhere Wasserfläche auf (Teiche nicht eingerechnet).

Die Elsterheider Gewässer sind allesamt menschlichen Ursprungs, handelt es sich doch um geflutete Restlöcher ehemaliger Braunkohlentagebaue. Das größte Gewässer der Elsterheide ist der Partwitzer See mit rund 900 Hektar. Die übrigen rund 220 Hektar des "Partis", wie der See im Volksmund gern genannt wird, befinden sich jenseits der Landesgrenze im Brandenburgischen. Damit handelt es sich um Sachsens zweitgrößtes Gewässer. Den Platz an der Sonne nimmt übrigens auch ein See in der Lausitz ein, und zwar der Bärwalder mit seinen rund 1300 Hektar.

Insgesamt vier größere Restseen erstrecken sich auf Elsterheider Gebiet. Diese haben ihren Ursprung in den Tagebauen Spreetal (Blunoer Südsee, Sabrodter See, Bergener See) und Bluno (Neuwieser See). Zum größten Teil befinden sich auch der Geierswalder (Tagebau Koschen) und der Partwitzer See (Tagebau Scado) auf Elsterheider Gebiet.

Hinzu gesellen sich nicht unerhebliche Anteile am Spreetaler See, am Erika-See, am Kortitzmühler See sowie am Lugteich.

Nun gibt es auch im Leipziger Neuseenland, das ebenfalls durch den Braunkohlenbergbau entstanden ist, ansehnliche Gewässer. Die größte Fläche nimmt dort der Zwenkauer See mit seinen 970 Hektar ein. Dieser teilt sich allerdings auf die drei Kommunen Leipzig, Markkleeberg sowie die namensgebende Stadt auf. Weitere bedeutende Gewässer im Leipziger Südraum sind der Störmthaler See (731 Hektar), der Hainer See (565) sowie der Cospudener See (439). Zusammengerechnet ergibt sich aus den dortigen Tagebaurestseen eine Gesamtwasserfläche von rund 4000 Hektar, von denen ein kleiner Anteil bereits in Thüringen zu finden ist.

Damit würde die Gesamtwasserfläche der Elsterheide 80 Prozent des Leipziger Neuseenlands (Südraum) auf sächsischem Gebiet einnehmen. Allerdings kommen mit dem geplanten Pereser See rund 20 Kilometer südlich der Messestadt in den kommenden Jahren rund 700 Hektar Wasserfläche hinzu. Der zu Sachsen zählende Leipziger Nordraum kann mit der Elsterheide nicht mithalten. Der Große Goitzschesee übertrifft mit seinen 1353 Hektar zwar den Partwitzer See um rund 230 Hektar, doch befindet sich das Restloch des Tagebaus Goitzsche hauptsächlich bereits in Sachsen-Anhalt. Auch in den Regionen um Chemnitz und Dresden gibt es keine Gemeinde, die eine größere Wasserfläche als die Elsterheide vorweisen kann. Zwar existiert im Erzgebirge und in dessen nördlichem Vorland eine ganze Anzahl von Talsperren, doch die größten dieser Wasserspeicher befinden sich ebenfalls in der Lausitz. Zu nennen sind das Speicherbecken Quitzdorf bei Niesky mit seinen 680 Hektar sowie der Stausee Bautzen (553).

Den zweiten Platz der Gemeinden mit der größten Seenwasserfläche nimmt ebenfalls eine Lausitzer Kommune ein. Es handelt sich um Lohsa. Die Gemeinde bringt es auf immerhin rund 2130 Hektar. Auch diese Fläche ergibt sich durchweg aus Tagebaurestgewässern. Den Bronzerang hat indes die Gemeinde Boxberg inne. Für diese Platzierung reicht ein Gewässer, nämlich der Bärwalder See mit seinen 1300 Hektar.

Indes gilt der Landkreis Bautzen als seenreichster Kreis im gesamten Freistaat. Rund 7100 Hektar (ohne Teiche) Wasserfläche gibt es zwischen Lausitzer Heide und Oberlausitzer Bergland. Auf Rang 2 folgt der Landkreis Leipzig mit rund 4700 Hektar. Der Landkreis Görlitz nimmt mit immerhin knapp 3100 Hektar Platz 3 ein.

Zum Thema:
Dir RUNDSCHAU lädt für Donnerstag, 27. Juli, zu einer Diskussion in gemütlicher Runde in das Leuchtturm-Hotel an den Geierswalder See ein. Beginn ist um 19 Uhr. Mit Blick auf das Gewässer soll die weitere Entwicklung am Geierswalder See beleuchtet werden. Für "LR vor Ort" haben wir Elsterheides Bürgermeister Dietmar Koark eingeladen, der sich mit vielen anderen für eine attraktive Reiseregion und die Lebensqualität der Bürger einsetzt. Ebenfalls erwartet wird Klaus Wiegmann, Vorsitzender des 1. Wassersportvereins Lausitzer Seenland. Von ihm wird die Runde mehr über die Pläne der Seesportler erfahren. (red/dh)