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| 13:16 Uhr

Hobbysport
Elfi Kirst bewegt sich einfach gern mit Gleichgesinnten

Elfi Kirst leitet beim SC Hoyerswerda zwei Gesundheitssportgruppen.
Elfi Kirst leitet beim SC Hoyerswerda zwei Gesundheitssportgruppen. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Senioren wie die Hoyerswerdaerin Elfi Kirst stehen für eine neue Fitness älterer Menschen. Von Rainer Könen

Um den Scheibesee fahren. Mit dem Rad. Das sind etwas mehr als 20 Kilometer. Das ist die Runde, die Elfi Kirst einige Male in der Woche absolviert.

„Das macht mir viel Spaß, ist besser als joggen“, beschreibt es die Seniorin. Und beim SC Hoyerswerda ist sie auch aktiv. Dort leitet sie zwei Gesundheitssportgruppen. Was der Sport für jemanden wie Elfi Kirst bedeutet, formuliert sie selbst so: „Ich kann meine Alltagssorgen vergessen, die schnüre ich in ein Päckchen, welches ich ablege, wenn ich Sport treibe.“ Vielleicht ist die Hoy­erswerdaerin deswegen so gut drauf. Vielleicht aber auch, weil sie seit einigen Jahren Sport treibt, sich regelmäßig bewegt. Seitdem habe sie ein gutes Körpergefühl, fühle sie sich körperlich wie auch mental fit.

Elfi Kirst ist 70 Jahre alt. Etliche ihrer Altersgenossen betätigen sich lieber sportlich, als auf der Couch herumzuliegen und rennen bei diversen Wettbewerben mitunter sogar den Jüngeren davon.

Die Gesellschaft wird insgesamt immer älter, damit steigt auch der Altersdurchschnitt von Hobbysportlern. Attraktiv sind für ältere Sportler vor allem Ausdauerdisziplinen, was sicher auch damit zusammenhängt, dass die Kondition im Alter nicht so schnell nachlässt wie die Muskelkraft. Lars Bauer vom Kreissportbund weist darauf hin, dass im Landkreis Bautzen mittlerweile rund 40 Prozent aller Freizeitsportler der Ü-60-Generation angehören. Tendenz weiter steigend. Wer fleißig trainiert und die körperlichen Anlagen dafür hat, kann also noch im hohen Alter gute Leistungen bringen.

Aber davon will Elfi Kirst nichts wissen. „Mir reicht es, mich ein wenig zu bewegen, in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten“, erzählt sie. Sie wirkt drahtig, beweglich, hat eine schlanke Figur, erzählt davon, dass sie, bevor sie in den Ruhestand ging, überhaupt keinen Sport betrieb. Natürlich, in der Schulzeit sei das anders gewesen, da „habe ich besonders gerne geturnt“. Aber als sie im Berufsleben stand, war Sport kein Thema mehr. Sie arbeitete zu DDR-Zeiten in Bernsdorf als Lehrausbilder. Nach der Wende machte sie eine Umschulung zum Damenmaßschneider.

Als der Ruhestand nahte, „habe ich mich gefragt, wie ich meine Zeit ausfüllen soll“, erzählt sie. Sie sie mal für einige Wochen ins Fitnessstudio gegangen, toll fand sie das nicht. War „mir irgendwie zu anonym dort“. Also schaute sie beim SC Hoyerswerda vorbei, machte bei einer Gymnastikgruppe mit, „da stand für mich sofort fest, dass ich das machen möchte“. Vor zwei Jahren hat sie den Übungsleiterschein für den Bereich „Breitensport“ abgelegt. Die Ausbildung fand sie überaus „interessant und lehrreich“. Sie betreut beim SC Hoyerswerda eine Herzsport- sowie eine Frauengymnastikgruppe.

Schwedische Wissenschaftler haben übrigens herausgefunden, dass Sport im Alter die Lebenserwartung um bis zu 3,8 Jahren steigern kann. Ihre Pläne für die Zukunft beschreibt die70-jährige Elfi Kirst so: „Ich möchte möglichst lange gesund und fit bleiben“. Der Sport soll ihr dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen.