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| 01:25 Uhr

Eisenbahnerklubhaus wird „Villa Alwin Stein“

Guido Schmidt freut sich über die Fertigstellung der Bauarbeiten an der Steinstraße nördlich des Bahnhofs. Foto: Mirko Kolodziej
Guido Schmidt freut sich über die Fertigstellung der Bauarbeiten an der Steinstraße nördlich des Bahnhofs. Foto: Mirko Kolodziej FOTO: Mirko Kolodziej
Hoyerswerda. An der Unterseite der Dachüberstände gibt es eine verspielte Bemalung in Blau. Die Klinker, sorgsam gereinigt, haben die graue Farbe verloren und strahlen wieder in Rot. Von Mirko Kolodziej

Im und am Gebäude gibt es Lampen, die an ein Schloss erinnern. Und drinnen, sagt Guido Schmidt, richtete sich die Veränderung der Zimmer-Grundrisse nach den Eichenholztüren. Guido Schmidt wollte sie nicht zerstören.

Der Inhaber der Hoyerswerdaer Firma „Bauschmidt“ hat bei der Sanierung des ehemaligen Eisenbahnerklubhauses reichlich Liebe fürs Detail bewiesen. Und die Aufgabe war anspruchsvoll. „Es ist gar nicht so einfach, aus einem Verwaltungsgebäude ein Wohnhaus zu machen“, sagt Guido Schmidt.

Das gut hundert Jahre alte Haus Steinstraße 1 beherbergte einst die Verwaltung der Eisenbahn-Werkstätten, später den Kreisvorstand des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes und im Jahr 1951 wurde es Kulturhaus.

Nun gibt es also zwölf Wohnungen von jeweils zwischen 70 und 90 Quadratmetern Größe. Für die Hälfte sind die Mietverträge unterschrieben. In gut vier Wochen können die ersten Möbelwagen kommen. Das Haus heißt neuerdings „Villa Alwin Stein“.

Der Mann war bis 1908 Vorsteher der Eisenbahn-Werkstätten und muss auch als Stadtverordneten-Vorsteher eine gute Figur gemacht haben. Er wurde nämlich vor seiner Versetzung nach Delitzsch mit der Ehrenbürger-Würde versehen. Und da er zu Anfang in dem Haus wohnte, das damals noch allein auf weiter Flur stand, bekam die Zufahrt schnell den Namen Steinstraße. So heißt sie bis heute und Guido Schmidt will an diese Geschichte künftig durch eine große Tafel vor dem Haus erinnern. Natürlich handelt es sich um einen restaurierten Aufsteller aus Holz.

Geschichte erhalten

Rund 600 000 Euro hat Guido Schmidt in Sanierung und Umbau des Gebäudes gesteckt. Er selbst hat über den Wohnungsgrundrissen gebrütet. Er hat eine alte, zufällig auf dem Boden gefundene Glastür ihrem ursprünglichen Verwendungsort zurück gegeben und er hat noch während des Baus entschieden, dass aus dem ehemaligen Film-Vorführraum ein Wintergarten werden soll. Der 35-Jährige sagt, er wolle seiner Heimatstadt Hoyerswerda gern ein Stück Geschichte erhalten. Man darf wohl davon ausgehen, dass Alwin Stein sich darüber gefreut hätte.