Weitere Gespräche sind dringend notwendig, eine einheitliche Schiffbarkeitsordnung für Sachsen und Brandenburg muss gefunden werden - das ist das Fazit einer Abstimmungsrunde zum Thema, die kürzlich in Senftenberg stattfand. Am Tisch saßen Vertreter der zuständigen sächsischen und brandenburgischen Ministerien, der Zweckverbände, Landratsämter sowie Bürgermeister."Das Thema ist schwierig", sagte Robert Widera, Leiter der Planungsgruppe Nord im Landratsamt Bautzen, im Nachgang des Treffens auf Anfrage. Der Geierswalder See liegt auf sächsischem und brandenburgischem Territorium. Beide Länder haben sehr unterschiedlichen Schiffbarkeitsverordnungen.Brandenburg nur bei 12 km/hSo liegt beispielsweise die maximale Höchstgeschwindigkeit in Sachsen bei 15 km/h, der Nachbar erlaubt nur 12 km/h. Ob das Land Brandenburg Interesse daran hat, die etwas lockerer gehaltenen sächsischen Regelungen zu übernehmen, sei fraglich, meinte Robert Widera. "Der Senftenberger See setzt eher auf Segler, Familien, Ruhe; der Geierswalder See ist mit Motorbooten und Jetskifahrern anders ausgerichtet", nennt er ein Beispiel. Hier müsse eine "Harmonisierung" zustande kommen. Der Vorsitzende des Fördervereins Wasserwelt Geierswalde, Henry Nitzsche, geht sogar noch weiter.Nitzsche will doppeltes TempoIn einer Stellungnahme spricht er sich unter anderem für die Zulassung von Schnellfahrtstraßen über 30 km/h entlang der ganzen Seenkette aus. "Alleinstellungsmerkmal des Lausitzer Seenlandes sind Wasserski und Speedboote mit Geschwindigkeiten über 30 km/h. Ein Wegfall muss verhindert werden", heißt es in dem Schreiben. Der Verein plädiert auf eine Mischnutzung: Geschwindigkeitsboote auf dem Spreetaler See; Segelboote mit Verbrennungsmotoren auf dem Geierswalder See. Eine weitere Schwierigkeit sei laut Robert Widera, dass sich die Gewässer im Seenland derzeit noch in Bergaufsicht befinden. "Die Landesdirektionen erteilen momentan für jeden See einzeln wasserrechtliche Genehmigungen - Zwischenlösungen", so der Leiter der Planungsgruppe.Für schiffbar erklärt worden sei bereits der Senftenberger See. Eben aufgrund der Bergaufsicht und der stattfindenden Sanierungen gebe es noch keine Lösung auf sächsischer Seite. "Die Einzelfallbehandlung ist auf lange Sicht ungünstig", sagte Robert Widera, auch mit Blick auf rechtliche Belange, die nur in Schiffahrtsverordnungen festgelegt werden könnten, beispielsweise Geschwindigkeitskontrollen der Wasserschutzpolizei. "Bisher ist der Verkehr noch nicht so stark, dass Gefahrenpotenzial erkennbar ist." Die Ministerien und Behörden beider Länder seien jetzt gefordert. Der Überleiter 12 soll im Jahr 2012 fertig sein. no