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| 02:43 Uhr

Einwohnerzahl muss über die 2000er-Marke

Der Bürgermeister der Gemeinde Spreetal Manfred Heine ist seit fast 20 Jahren in seinem Amt und wirkt beim Jahresrückblick-Gespräch gelassen, schließlich ist er ein "alter Hase" auf dem Gebiet und die Gemeinde führt er leidenschaftlich gerne an.
Der Bürgermeister der Gemeinde Spreetal Manfred Heine ist seit fast 20 Jahren in seinem Amt und wirkt beim Jahresrückblick-Gespräch gelassen, schließlich ist er ein "alter Hase" auf dem Gebiet und die Gemeinde führt er leidenschaftlich gerne an. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Mit dem RUNDSCHAU-Fragenkatalog haben die Bürgermeister aus der Region die Möglichkeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen und einen Vorausblick auf das gerade gestartete Jahr 2016 zu wagen. Heute stellt sich der Spreetals Bürgermeister Manfred Heine (parteilos) den Fragen. Anja Guhlan / ang1

Tops des Jahres: Nennen Sie bitte die drei größten Erfolge im Jahr 2015. Warum zählen Sie diese dazu?

Top 1: Manfred Heine muss nicht lange überlegen und benennt als Erstes den Industriepark Schwarze Pumpe. "Der 60. Jahrestag des Industrieparks ist voriges Jahr der absolute Höhepunkt gewesen", sagt Heine, der sich noch immer sehr über den hohen Besucherandrang am Tag der offenen Tür im August freuen kann.

Top 2: Auf den zweiten Platz wählt Heine die Zusage oder den Beginn für die Erschließung des Spreetaler Sees. Der Bergbausanierer LMBV und der Freistaat Sachsen haben nämlich grünes Licht gegeben. "Es ist der erste See in der Gemeinde, den wir touristisch nutzen werden."

Top 3: Der Beginn des zweiten Bauabschnitts der Spreestraße ist ein weiterer Höhepunkt. Für den zweiten Bauabschnitt hat Heine nun fast 20 Jahre lang gekämpft. "Als ich etwa ein halbes Jahr im Amt gewesen bin, hatte ich mich bereits mit dem ersten Bauabschnitt beschäftigt", erinnert sich Heine. Jetzt hofft er, dass der zweite Abschnitt endlich gelingen kann.

Flop des Jahres: Nennen Sie die größte Niederlage im Jahr 2015. Was ist dabei schiefgelaufen?
"Bittere Pillen gab es einige, aber einen richtigen Flop kann ich nicht benennen", sagt er und grübelt nochmal. "Nein, wirklich nicht." Laut Heine habe er nichts in den Sand gesetzt, nichts ist wirklich fehlgeschlagen, nichts ist ziellos, stattdessen ist er als Bürgermeister immer noch an vielen Problemlösungen dran und glaubt noch ans Ziel zu kommen. "Auch wenn man manchmal dafür Umwege gehen muss."

Einmal in den Wünsche-Sack gegriffen: Was würden Sie sich für Ihre Stadt wünschen, wenn sie einen Wunsch frei hätten?
Heine hat einen Wunsch frei und greift in den Wünsche-Sack: "Ich wünsche mir, dass die Gemeinde ihre Einwohnerzahl über 2000 wieder erreicht und auch halten kann." Momentan leben rund 1950 Menschen in Spreetal. Sollte sich dieser Wunsch bis zum Stichtag am 30. Juni 2016 nicht erfüllen, wird es in Spreetal nach den Bürgermeisterwahlen 2017 bei einer Kennzahl unter 2000 Einwohnern keinen hauptamtlichen Bürgermeister mehr geben. Das mache die Organisation und Koordination dann noch schwieriger. "Auch eine mögliche Fusion mit einer anderen Gemeinde ist für den Gemeinderat kein Thema, die Gemeinde will selbstständig bleiben."

Rückwärtsgang: Gibt es Entscheidungen, die Sie im Rückblick auf das Jahr 2015 anders machen würden?
"Zunächst gehe ich nicht gerne rückwärts", bemerkt Heine mit einem Lächeln. Als Bürgermeister geht er lieber viele Umwege, um ans Ziel zu kommen. Rückwärtsgänge hätte er sich lieber von anderen Akteuren gewünscht. Auf die Gewerbesteuerrückzahlung von Vattenfall hätte Heine zum Beispiel gerne verzichtet. Dennoch ist sein Blick nach vorn gerichtet.

To-do-Liste: Welche Maßnahmen gehören aus Ihrer Sicht zu den größten Herausforderungen im Jahr 2016 und warum?
Als Erstes will Heine weiterhin die Ansiedlungsaktivitäten am Industriepark Schwarze Pumpe vorantreiben. "Derzeit führen wir viele Gespräche, die auch inhaltsmäßig weit vorangeschritten sind", meint Heine. So könnte sich die Gemeinde im neuen Jahr auf mindestens zwei neue Ansiedlungen aus den Branchen Gartenbau und Industrie freuen. Als Zweites möchte Heine 2016 unbedingt mit der Erschließung des Spreetaler Sees beginnen. Laut Zeitplan könnte Spreetal bis zum 3. Quartal mit den zwei Abzweigungen von der Bundesstraße B 97 zum See begonnen haben. Des Weiteren stehen die marode Kuhbrücke und der Ausbau der Spreestraße auf der Aufgabenliste. "Während die Kuhbrücke im Jahr 2016 begonnen werden kann, ist die Spreestraße abhängig vom Planfeststellungsverfahren."

Flüchtlingssituation: Alle Städte haben derzeit ein großes Problem, Flüchtlinge unterzubringen. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Bernsdorf? Auf was müssen sich die Bürger einstellen?
"Fest steht, jede Gemeinde, somit auch wir, muss Flüchtlinge aufnehmen", leitet Heine ein und fügt hinzu: "Auf keinen Fall will ich solche Containerburgen in der Gemeinde haben." Die Gemeinde hat deshalb inzwischen Vorschläge für mögliche Unterkünfte dem Landkreis unterbreitet: Aus Verwaltungssicht wurden bisher Objekte in Spreetal und Burgneudorf sowie Objekte von privaten Eigentümern vorgeschlagen. Im Prinzip müssen wir bis 2016 insgesamt 48 Flüchtlinge aufnehmen. Mir wäre es am liebsten, wenn diese Anzahl auf alle sieben Ortsteile gleich verteilt wird. Dazu müssen sich die Ortschaften Gedanken machen.

Blick in die Glaskugel: Was denken Sie, wie die Region im Jahr 2030 aussehen wird?
Heine ist sich sicher, dass das Hauptgewerk der Region die Braunkohle bleiben wird. "Es wird sicherlich an manchen Stellen Umstellungen geben müssen. Ich hoffe an dieser Stelle in 2030 damit viel weiter zu sein", wünscht er sich. Touristisch gesehen glaubt der Bürgermeister, dass alle Seen in der Gemeinde wie der Spreetaler See in 15 Jahren voll erschlossen sind: "Der Scheibesee wird dabei die Badewanne von Hoyerswerda sein."