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Einstimmen bei erster Mitsinge-Nacht

Einstimmen und mitsingen. Das hat 250 Menschen am Samstag in Hoyerswerda großen Spaß gemacht.
Einstimmen und mitsingen. Das hat 250 Menschen am Samstag in Hoyerswerda großen Spaß gemacht. FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Einstimmen und mitsingen – das war bei der ersten Mitsinge-Nacht der LebensRäume Hoyerswerda am Sonnabend das Motto. Nach einem eher grauen Tag erlebten über 250 Menschen aus Hoyerswerda und Umgebung einen sonnigen Abend als passende Kulisse für die stimmgewaltige Premiere. Katrin Demczenko / dcz1

Dichtgedrängt saßen die sangesfreudigen Teilnehmer im Familienpark im Stadtzentrum auf Bänken, in Liegestühlen und auf Decken.

Los ging es in der ersten Runde mit "Jedermann liebt den Samstag Abend". Ein Glücksgriff von Musiklehrerin Kerstin Lieder, die mit dem Song sofort die sechs- bis 90-jährigen Laien- und Chorsänger begeisterte. Weiter ging es mit einem bunten Reigen aus deutschen Volksliedern, Titeln der Pudhys, der Prinzen, Gerhard Gundermann und anderer hitverdächtiger Interpreten, aber auch Kinderliedern aus DDR-Zeiten. Für die Liedauswahl zeichneten die beiden Chorleiter Kerstin Lieder und André Bischof verantwortlich. Ideengeber für den "Abend, den alle gestalten" war der Vorstandsvorsitzende Axel Fietzek von der Wohnungsgenossenschaft LebensRäume eG .

Zur Stärkung der Textsicherheit der Anwesenden lagen auf den Bänken Hefte aus, sodass auch das Intonieren der zweiten, dritten und weiterer Strophen gesichert war. Die Laiensänger erhielten beim Halten von Melodie und Rhythmus Unterstützung durch Mitglieder aus neun Chören von Hoyerswerda und Umgebung. Dazu gehörten der Bürgerchor der Kulturfabrik, der Große Chor und Amici della musica. Auch einige Mitglieder des Frauenchors "musica viva" aus Lauta-Torno vergnügten sich bei der Mitsinge-Nacht mit der leichten Muse, wie Sängerin Gisela Bogner bestätigt. Unter Leitung des in Hoyerswerda tätigen Musiklehrers Lothar Kusche singen die Damen sonst eher klassisches Liedgut von Bach oder Brahms. Diesmal intonierten sie mit Andrè Bischof und anderen Anwesenden begeistert den Rio Reiser-Hit der 1980er-Jahre "König von Deutschland".

Marita Meier, die mit Mitgliedern der Chorgemeinschaft Wiednitz gekommen war, sang besonders gern das sowjetische Kinderlied "Immer lebe die Sonne". Es erinnert sie an ihre Kindheit und sie kennt auch - wie die meisten Mitsänger um sie herum- noch den russischen Kehrreim. So stieg dieses Friedenslied ganz unproblematisch zweisprachig in den Hoyerswerdaer Abendhimmel.

Spontan schloss Kerstin Lieder am Klavier den Refrain des Frank Schöbel-Kinderliederhits "Komm wir malen eine Sonne" an. Sie fragte in die Runde, wer alle Strophen singen kann. Da sich niemand meldete, versprach sie: "Das ist gebongt fürs nächste Mal". Später erklang dann noch "Let it be" von den Beatles und nach spontanem Applaus folgte "Es gibt kein Bier auf Hawai" von Paul Kuhn. Nach zwei Schlafliedern und der Bergarbeiterhymne "Glück auf, der Steiger kommt" endete eine Mitsinge-Nacht, die gleich bei der Premiere Jung und Alt begeistert hat.