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| 15:38 Uhr

Behandlungszentrum
Bessere Betreuung für Erwachsene

Radeberg. Sächsisches Epilepsiezentrum eröffnet sachsenweites Therapiezentrum, auch für Nicht-Epileptiker.

(). Das Sächsische Epilepsiezentrum schließt eine medizinische Versorgungslücke: Als erste Einrichtung im Freistaat hat es ein „Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung“ (MZEB) aufgebaut. „Kinder und Jugendliche mit Behinderung werden schon seit Langem in Sozialpädiatrischen Zentren interdisziplinär ambulant behandelt“, erklärt der Geschäftsführer der Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gGmbH, Martin Wallmann. Eine Anpassung im Sozialgesetzbuch ermögliche es nun, medizinische Zentren für Erwachsene mit Behinderung einzurichten.

Seit mehreren Jahren drängten Fachverbände für Menschen mit Behinderung, zu denen Caritas, Lebenshilfe und der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen gehören, auf Schaffung solcher Zentren. „Zielgruppe sind Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung, bei denen die Wechselbeziehungen zwischen Krankheit und vorbestehender Behinderung besonderes Wissen und Kompetenzen erfordern“, heißt es in einem 2014 verfassten Positionspapier der Fachverbände. Bislang  habe diese Personengruppe innerhalb der medizinischen Regelversorgung nicht optimal betreut werden können.

Im MZEB des Sächsischen Epilepsiezentrums geht es laut Chefarzt Dr. Thomas Meyer „nicht um epileptische Anfälle, sondern um andere medizinische Fragen, wie zum Beispiel um unklare Schmerzen, Verhaltensstörungen, kognitiven Abbau oder um Fragen der Hilfsmittelversorgung.“ Solch komplexe Sachverhalte könne der Hausarzt oder ein einzelner Facharzt oft nicht lösen: „Wir versuchen, eine umfassende Lösung zu finden, ohne dabei die Dauerbehandlung des Patienten zu übernehmen.“ Das MZEB unterstütze damit die medizinische Regelversorgung. Geschäftsführer Martin Wallmann ergänzt: „„Mit unserem MZEB schaffen wir nun endlich ein Angebot für die erwachsenen behinderten Patienten, die im bisherigen System nicht gut behandelt werden konnten. Schließlich haben wir im Epilepsiezentrum Kleinwachau mehr als 125 Jahre Erfahrung in der Betreuung behinderter Menschen.“ Das Sächsische Epilepsiezentrum ging aus der 1889 von der Inneren Mission gegründeten „Evangelischen Heil- und Pflegestätte für Epileptiker Kleinwachau“ hervor. Es gehört dem Diakonischen Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen an und verfügt über ein Fachkrankenhaus für Neurologie mit 53 Betten, betreute Wohnangebote und Werkstätten sowie Förderschule.

„Das MZEB Kleinwachau ist baulich komplett barrierefrei“, sagt Chefarzt Meyer. „Hier arbeitet ein multiprofessionelles Team, das mit der Behandlung behinderter Menschen sehr vertraut ist. Besonderes Augenmerk wird auf Kommunikation gelegt und dabei von vornherein deutlich mehr Zeit für Anamnese und Untersuchung des Patienten eingeplant.“ Voraussetzung für die Aufnahme sind das vollendete 18. Lebensjahr, ein Grad der Behinderung von mindestens 70 Prozent sowie die Merkzeichen G, aG, H, BI oder GI auf dem Schwerbehindertenausweis. Eine epileptische Erkrankung muss nicht vorliegen. Informationen oder Terminvereinbarung unter Telefon 03528 4312929 oder per E-Mail an mzeb@kleinwachau.de.