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Einkaufen mit Genuss

Kulinarische Angebote liegen im Trend: Gastronomie wie die im Lausitz-Center in Hoyerswerda wird von Shoppingfreunden sehr gut angenommen.
Kulinarische Angebote liegen im Trend: Gastronomie wie die im Lausitz-Center in Hoyerswerda wird von Shoppingfreunden sehr gut angenommen. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Hoyerswerda. Die Zusammenarbeit von Handel und Gastronomie wird immer wichtiger. Sie profitieren von dem Miteinander. Auch in Hoyerswerda. Anja Guhlan / ang1

Eine kulinarische Fachzeitschrift hat jüngst getitelt: Essen ist das neue Einkaufen. Hoyerswerda erlebt in der Frage einen Aufwärtstrend. Immer mehr gastronomische Angebote siedeln sich in der Altstadt, aber genauso gut in der Hoyerswerdaer Neustadt im Lausitz-Center an.

"Gastronomie ist in der heutigen Einkaufswelt ein Muss", sagt Centermanager Dieter Henke. So gehören zu den 66 Geschäften im Lausitz-Center zehn mit gastronomischen Angeboten. Dabei reicht die Spannweite vom Fast Food über ein Fischrestaurant und Eisdielen bis hin zu Imbissfleischereien oder kleinen Restaurants. "Die gastronomischen Angebote fördern auch die Verweilqualität. Viele Kunden, die zum Einkaufen kommen, wollen früher oder später auch etwas essen und sich ausruhen. Je höher die Verweildauer, desto mehr Gastronomie wird benötigt", stellt Henke klar.

In der Altstadt reihen sich ebenfalls derzeit immer mehr gastronomische Spieler ein, wie Sylvia Hübner mit ihrem Frühstückscafé "Rosali". Auch sie hält für die Zukunft eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Einzelhandel und der Gastronomie für unerlässlich. "Nur zusammen ist man stark", sagt sie.

Einzelhändlerin Elisabeth Sygusch vom Buch- und Musikhaus Sygusch in Hoyerswerda sagt ebenfalls, dass Handel und Gastronomie durchaus voneinander profitieren können. "Bei uns ist das auch manchmal so, dass Kunden nach oder vor dem Einkaufen sich noch in der Gastronomie aufhalten", sagt Sygusch. Dennoch ist sie der Überzeugung, dass jeder Einzelhändler selbst agieren muss. "Wer sich nicht rührt, geht unter", sagt sie.

Anke Küttner vom Schuhhaus Weser wünscht sich mehr gemeinsame Aktionen. Gern hätte sie auch zum Stadtfest wieder länger geöffnet. In Küttners Augen könnte sich noch mehr außergewöhnliche Gastronomie in Hoyerswerda ansiedeln, das würde dann noch mehr Menschen anlocken.

Die Hoyerswerdaerin Kerstin Fischer-Preiß hält die Verzahnung von Handel und Gastronomie ebenfalls für "praktisch". Sie sagt: "Einkaufen ist inzwischen ein Erlebnis, das mit Essen auf- und abgerundet wird. Viele Händler setzten ja heutzutage auf Gastronomie. So findet man ja selbst in Supermärkten und Discountern ein immer größer werdendes Angebot an Gastronomie."

Schon im Jahr 2015 sagte der Brite Jonathan Doughty, einer der Topspezialisten im "Foodservice", voraus, dass dieser Bereich weiter wachsen wird. Verbraucher, die ihre Shopping-Aktivitäten durch Essen und Trinken unterbrechen, verweilen im Schnitt 27 Minuten länger pro Besuch und geben insgesamt 18 Prozent mehr Geld aus, als diejenigen, die nur Geschäfte durchhuschen. Der Experte prognostiziert außerdem, dass asiatische Angebote weiter an Bedeutung gewinnen.

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