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| 02:41 Uhr

Eine Zusammenarbeit, die fruchtet

Moritz vom Jugendtreff engagiert sich bei der Ferienbetreuung im MGH Bernsdorf beim Mikado. Auch in diesem Jahr wird es dort wieder eine Ferienbetreuung geben.
Moritz vom Jugendtreff engagiert sich bei der Ferienbetreuung im MGH Bernsdorf beim Mikado. Auch in diesem Jahr wird es dort wieder eine Ferienbetreuung geben. FOTO: Heinz Hirschfeld/hir1
Bernsdorf. Das Mehrgenerationenhaus (MGH) Bernsdorf gibt es am 9. Februar zehn Jahre. Heinz Hirschfeld / hir1

Als es am Schmelzteich an den Start ging, war das damals etwas völlig Neues. Als "Richtschnur des Handelns" gab es nur das Programm des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, das das Programm für Mehrgenerationshäuser herausgebracht hatte. Es schob Pionierarbeit auf diesem Gebiet an.

Inzwischen frequentieren etwa 15 000 Menschen jährlich das Mehrgenerationenhaus. Das ist zweimal die Gesamtbevölkerung Bernsdorfs. Ein Haus mit solch einer Bilanz und Erfahrung engagierter Mitarbeiter hat nach zehn Jahren Grund zum Feiern.

Am 25. März gibt es eine offizielle Feier, die mit einem Tag der offenen Tür verbunden ist. Bereits 12.30 Uhr soll es dann losgehen. Es wird tolle Kinderangebote geben, spezielle Angebote für Jugendliche sowie verschiedene Ausstellungen der unterschiedlichen Interessengemeinschaften des Hauses.

Hauschefin Maren Düsberg erinnert sich, wie alles ins Rollen kam. "Ernst Nickich und ich hatten bereits 2006 die kühne Idee, in Bernsdorf ein Haus der Bildung und Begegnungen zu schaffen. Das war nicht nur eine Idee, sondern es gab echten Bedarf", erzählt Düsberg. Als Objekt hatten sie sich die Euroschule am Bernsdorfer Schmelzteich "ausgeguckt", da sich dort ungenutzte Räumlichkeiten befanden. Als Domizil waren auch noch das Zollhaus und die Freie Mittelschule im Gespräch. "Herauskristallisiert hat sich bei uns eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen. So zählen bei unserer Spielplatzschule die jahrzehntelangen Erfahrungen einer Oma genauso viel, wie die Ideen hauptamtlicher Mitarbeiter", resümiert Maren Düsberg. Was auch über Jahre gewachsen sei, das sei der ‚gute Geist des Hauses‘, der Martina Stümer heißt. "Da sie meistens die Erste ist, die die Besucher empfängt, und das mit einer Tasse Kaffee verbindet, verfestigt sich bei den Besuchern ein positiver Eindruck des Hauses - und das ist genau das, was wir wollen", sagt Maren Düsberg weiter.

Die PC-Angebote für Senioren gehörten zu den Ersten des Hauses. Hier wurde gezeigt, wie der PC ein- und ausgeschaltet wird, wie man ins Internet kommt, wie "Excel" läuft und Ähnliches. Zur damaligen Zeit war das das einzige Angebot dieser Art in der Umgebung. Es bestehe weiter, habe sich aber zu einer hochindividuellen PC-Beratung entwickelt.

Im Mehrgenerationenhaus wurden dank fruchtbringender Zusammenarbeit mit der Stadt und Vereinen neue Wege beschritten. So bot 2011 der Jugendtreff der Freiwilligen Feuerwehr Bernsdorf an, sich beim Rankeflechten für den Maibaum einzuklinken, da die Aufgaben der Wehr immer umfangreicher werden. Es wurde dann eine Sache, um die sich Leute aus dem Kulturverein, der Klöppelrunde und dem Jugendtreff unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses kümmerten.

"Es war 2010, da schlug die Stunde des sehr beliebten Angebots Malzirkel. Das Angebot ist aus Karina Maciorowskis Maßnahme in unserem Haus entstanden. Entsprechend ihres Könnens rief sie einen Malzirkel ins Leben und gab zu Hoch-Zeiten fünf bis sechs Kurse pro Woche. Karina Maciorowski aus Straßgräbchen hat sich inzwischen selbstständig gemacht und kann aus Zeitgründen nur noch zwei Kurse wöchentlich im Haus anbieten", erzählt Maren Düsberg weiter.

Rein vom großen Bedarf her bildete sich im Mehrgenerationenhaus eine Gesprächsrunde mit Flüchtlingen zum Deutschsprechen. Die Gesprächsrunde wird pädagogisch angeleitet. Aber im Mehrgenerationenhaus wird jetzt etwas auf die Bremse getreten, da es in Bernsdorf eine offizielle und dafür ausgebildete Stelle gibt. Maren Düsberg dazu: "Es wäre sinnvoll, Flüchtlingssozialarbeit in einer Einrichtung wie dem Mehrgenerationenhaus zu machen."

Zurzeit ist das Mehrgenerationenhaus auf der Suche nach einer Leiterin des Frauentreffs. Einmal monatlich kommen Frauen zu Themen zusammen, die vorwiegend das weibliche Geschlecht interessieren.

Seit zwei Jahren hat das MGH auch die Betreuung der Stadtbibliothek und Stadtinfo inne.

Das Mehrgenerationenhaus befindet sich mit seinen Angeboten auf einem Level, wo es von der Organisation her an seine Grenzen stößt. Bernsdorfs Bürgermeister Harry Habel hat Entwicklung und Arbeit des MGH in einem Satz umrissen: "Unser MGH ist eine Erfolgsgeschichte".