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| 02:56 Uhr

Eine Straße wird zum Forschungsobjekt

Bernsdorf. Die Fernverkehrsstraße, die heute die Bezeichnung B 97 trägt, hat eine Jahrhunderte alte Geschichte. Dieser Historie sind die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Stadtgeschichte in Bernsdorf auf der Spur. hir

"Das war einfach der kürzeste Weg nach Warschau", erklärt die Straßgräbchenerin Monika Kulas im Zollhaus. Dort trafen sich fast ein Dutzend Mitglieder der AG zu der der ersten sachbezogenen Diskussionsrunde, die die Geschichte der jetzigen Bundesstraße 97 in Bernsdorf zum Thema hat.

"Wir haben in den letzten Jahren mehrere Dokumente zur Geschichte der B 97 in unserem Ort erhalten, die wir in unserem Archiv lagern", erklärt Fred Kuschmitz die Ausgangslage. "Jetzt halten wir den Zeitpunkt für gekommen, Nägel mit Köpfen zu machen, das Material aufzuarbeiten, und neues, welches uns die Bernsdorfer Bürger zur Verfügung stellen, einzuarbeiten." Noch offen ist, wie das Ergebnis präsentiert wird. "Ob wir einen Vortrag aus dem Material erarbeiten oder alles auf eine CD pressen, wissen wir noch nicht. Aber fest steht, dass alles der Öffentlichkeit vorgestellt wird", betont Manfred Strenzke, Pressesprecher der AG Stadtgeschichte.

Die Hobby-Historiker kennen schon einige Fakten. Die Botenstraße zum sächsischen Hof hat sich demnach zur Handelsstraße gewandelt. August der Starke nutzte als König von Polen die Straße, die im siebenjährigen Krieg auch ein Aufmarschgebiet fürs Militär war. Allerdings hatte die Fernverbindung früher einen anderen Verlauf und wechselte im Laufe der Jahre auch die Namen.

Erforscht wird von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft zunächst das Stück vom alten Friedhof, dem jetzigen Park der Solidarität gegenüber der Tankstelle, bis zur Firma. Haink. Einiges wurde mündlich überliefert, außerdem können sich die Forscher auf Kartenmaterial stützen, das im Jahr 1822 beginnt. "Durch die verschiedenen Namen der Straße in der Geschichte ist die Nummerierung der Häuser mehrfach geändert worden, und eine echte Herausforderung für uns", sagt Fred Kuschmitz. Das Spannende daran ist, dass jedes Haus seine eigene Geschichte hat. Die AG-Mitglieder setzen dabei auch auf die Mithilfe der Anwohner, die alte Dokumente, Fotos und ähnliches für die weiteren Forschungen zur Verfügung stellen.