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Eine Show der Extraklasse

Eine attraktive Mischung aus seriösem Tischtennissport und perfekter Show wurde am Montagabend in der bis auf den letzten Platz ausverkauften Turnhalle des Beruflichen Schulzentrums in Hoyerswerda geboten. Mit stehenden Ovationen bedankte sich das begeisterte Publikum bei den Hauptakteuren des Abends, der Nummer 2 der aktuellen Tischtennis-Weltrangliste Timo Boll und dem englischen Abwehrkünstler Matthew Syed, für einen tollen Abend, in dem selbst die Tischtennisplatte zum Spielball wurde. Von Gunnar Schulze

„Das war mehr als nur Werbung für den Sport, den man mit zwei Ausnahmeathleten nicht alle Tage sieht“ , so lautete das Fazit vom Vorsitzenden des Tischtennisvereins Empor Hoyerswerda, Stefan Thielemann. Er selbst stand während des Matches zwischen den Superkönnern kurzzeitig sogar im Mittelpunkt des Spiels. Flugs hatte sich der englische Abwehrkünstler Matthew Syed nämlich Thielemanns Brille aus dem Publikum geangelt und in die Show eingebaut. Minutenlange Ballwechsel, an denen Spieler und Zuschauer ihre wahre Freude hatten, bestimmten den Abend.
„Gestatten, dass ich mich vorstelle: Matthew Syed, alias James Bond des Tischtennis.“ Schon die Begrüßung wurde zur großen Show, schnell eroberten die beiden Hauptakteure die Zuschauerherzen. Da wurde selbst die Tischtennisplatte zum Spielball und passend zu fast jedem Angriff in die richtige Position geschoben. Man sah den beiden Athleten an, dass sie selbst mächtig viel Spaß hatten mit einem begeisterungsfähigen Hoyerswerdaer Publikum.
„Das war genau die richtige Einstimmung nach meinem Urlaub. Leider habe ich zu wenig Zeit, um solche Veranstaltungen öfters in meinen Trainingsplan zu integrieren. Mir hat es wahnsinnig viel Spaß bereitet hier in Hoyerswerda“ , bilanzierte der deutsche Shootingstar Timo Boll aus Gönnern (Hessen), der gern wieder in die Stadt kommen würde.
Doch auch sein Pendant wusste mit fesselnden Zuschauereinlagen zu überzeugen. Ob perfekter Tischtennisspieler oder Showmaster - beide Rollen wurden von ihm überzeugend dargeboten.
Doch auch die hiesigen Tischtennis-Größen wurden in das Spektakel mit eingebunden, ob nun Aktive oder Trainer. Da gab es Lehrvorführungen zur richtigen Körperhaltung beim Schlagen eines Schmetterballs oder einfach nur die Animation mit der Demonstration von Rumpfbeugen - als Hinweis für einen korpulenteren Zuschauer. Rundum eine tolle Darbietung, die die Besucher bis zum letzten Augenblick fesselte. „Das war eine tolle Sache, die allein beim Zuschauen Spaß gemacht und im Handumdrehen gute Laune verbreitet hat“ , so Dietmar Herzer aus Hoyerswerda.

Hintergrund Stimmen
Mirko Wabnitz (TTC Hoyerswerda), der gegen Boll antreten durfte: „Das ist schon Extraklasse, die da Timo Boll präsentiert hat. Mir wurden zu Beginn des Kampfes vor der Zuschauerkulisse die Beine schwer und es ging bei mir nicht viel. Die Aufschläge waren einfach unberechenbar. Da kann man nur den Hut ziehen.“
Mario Kramer (SG Heide Wiednitz) spielte gegen den englischen Abwehrkünstler und war begeistert: „Ein einzigartiges Erlebnis. Gegen einen Weltklassemann wie Matthew Syed bekommt man nicht alle Tage die Chance, für mich war es Wahnsinn. Natürlich habe ich selbst in der Kürze der Zeit einiges gelernt.“
Manuel Scholze (SG Lückersdorf-Gelenau) spielte gegen Timo Boll: „Mit den Spins kam ich überhaupt nicht zurecht. Dennoch war es ein tolles Erlebnis. Zukünftig ist es für mich Ansporn, noch mehr zu trainieren, um in meinem Sport weiter voranzukommen.“